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HiFi-Wissen - Thile-Small-Parameter
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Thile-Small-Parameter
Vor 1970 waren keine einfachen oder
erschwinglichen Methoden als Standard in der Industrie
entwickelt worden, um vergleichenden Daten über Lautsprecher
zu erhalten. Anerkannte Labortests waren teuer und
wirklichkeitsfremd für die Tausenden, die
Leistungsinformationen benötigten. Standardmesskriterien
waren erforderlich, um konsequente Daten für Kunden zu
erstellen und Vergleiche zwischen verschiedenen
Lautsprechern zu ermöglichen.
In den frühen Siebzigern wurden mehrere technische Papiere
der AES (Audio Engineering Society) vorgestellt. Die
Entwicklung daraus ergab das, was wir heute als
'Thiele-Small-Parameter' kennen. Diese Papiere wurden
entwickelt durch A.N.Thiele und Richard H. Small. Thiele war
der ältere Ingenieur für Konstruktion und Entwicklung bei
der Australian Broadcasting Commission und war zu der Zeit
verantwortlich für das Federal Engineering Laboratory,
ebenso wie für das Analysieren der Entwürfe für Ausstattung
und Systeme der Audio- und Videoübertragung. Small war zu
der Zeit ein Commonwealth Student an der Schule für
Electrical Engineering an der Universität von Sydney.
Thiele und Small betrieben einen erheblich Aufwand, um zu
zeigen, wie die folgenden Parameter die Beziehung zwischen
einem Lautsprecher und einem Gehäuse definieren. Sie können
jedoch unbezahlbar sein bei der Auswahl, weil sie weit mehr
über des Lautsprechers reale Leistung erzählen, als die
Basisgrößen Maximalleistung oder durchschnittliche
Empfindlichkeit.
Resonanzfrequenz Fs
Dieser Parameter ist die Freiluft-Resonanzfrequenz von einem
Lautsprecher.
Einfach ausgedrückt, ist es der Punkt, an dem sich das
Gewicht von den sich bewegenden Teilen des Lautsprechers und
die Kraft der Lautsprecheraufhängung bei Bewegung,
ausbalancieren. Wenn Sie schon mal einen Bindfaden gesehen
haben, der in dem Wind unkontrolliert sich bewegt, dann
haben Sie bereits gesehen, wie der Effekt der
Resonanzfrequenz entsteht. Es ist wichtig diese Information
zu kennen, damit ein klingeln ihres Gehäuses verhindert
werden kann. Mit
einem Lautsprecher, der Masse der sich bewegenden Teile und
die Steifheit der Aufhängung (Sicke und Zentrierspinne) sind
die Schlüsselelemente, die die Resonanzfrequenz
beeinflussen. Als eine generelle Daumenregel gilt , je
niedriger
eine Fs eines Tieftonlautsprecher ist, desto besser ist er
für eine niedrige Frequenzreproduktion geeignet, als ein
Tieftonlautsprecher mit ein höherer Fs. Dies ist nicht immer
der Fall, weil andere Parameter beeinflussen die allerletzte
Leistung ebenso.
Gleichstromwiderstand Re
Dies ist der Gleichstromwiderstand des Treibers, gemessen in
Ohm mit einem Ohmmeter und wird oft auch als 'DCR' oder 'RDC'
bezeichnet. Diese Messung wird fast immer geringer sein als
der nominelle Scheinwiderstand (Impedanz). Käufer werden oft
nachdenklich, wenn die Re weniger ist als der
Scheinwiderstand und befürchten
deshalb die Verstärker zu überlasten. Aufgrund der Tatsache,
dass die Induktivität eines Lautsprechers mit der Erhöhung
der Frequenz steigt , ist es unwahrscheinlich, dass der
Verstärker oft mit dem Gleichstromwiderstand, als seine
Last, zu arbeiten hat.
Schwingspulen-Induktivität Le
Dies ist die Schwingspule Induktivität gemessen in
milliHenry (mH). Der Industrie Standard misst die
Induktivität bei 1,000 Hz. Werden die Frequenzen höher,
steigt auch der Scheinwiderstand über Re. Das ist so, weil
die Schwingspule als Induktor fungiert. Folglich ist der
Scheinwiderstand eines Lautsprechers kein fester Widerstand,
kann aber als eine Kurve, die sich in Abhängigkeit von der
Eingangsfrequenz ändert, repräsentiert werden.
Der maximale Scheinwiderstand (Zmax) ereignet sich bei der
Resonanzfrequenz (Fs).
Q - Parameter
Qms, Qes, und Qts sind Messungen in Zusammenhang mit der
Überwachung der Membranaufhängung, wenn die Resonanzfrequenz
(Fs) erreicht wird. Die Aufhängung muss so beschaffen sein,
dass jegliche seitlich Bewegung verhindert wird, die sonst
zum Kontakt zwischen Schwingspule und Polplatte/Magnet
führen würde (dies würde den Lautsprecher zerstören). Die
Aufhängung muss dabei auch wie ein Stoßdämpfer agieren.
Qms ist ein Maß für die Güte, die abhängig ist von der
mechanischen Aufhängung (Sicke und Zentrierspinne) des
Lautsprechers. Betrachte diese Komponente als Feder.
Qes ist ein Maß für die Güte, die abhängig ist von der
elektrische Aufhängung (Schwingspule und Magnet) des
Lautsprechersystems.
Qts ist das Maß der Gesamtgüte eines Treibers und wird
abgeleitet aus Qms und Qes.
Als Richtlinie gilt:
Qts von 0.4 oder niedriger zeigt an, das ein Wandler gut
geeignet ist für ventilierte Gehäuse.
Qts zwischen 0.4 und 0.7 zeigt an, dass der Lautsprecher
besser in geschlossenen Gehäusen zurecht kommt.
Qts von 0.7 oder höher zeigt an, das ein Wandler gut
geeignet ist für FreeAir oder für "unendliche" Schallwand.
Wie immer, auch da gibt es Ausnahmen!
Äquivalentvolumen Vas
Vas entspricht dem Luftvolumen, dass, wenn es komprimiert
wird zu einem 1m³, dieselbe Kraft anwendet wie die
Kraft (Cms) der Aufhängung eines Lautsprechers. Vas ist
eines der heikelsten Parameter, die zu messen sind, weil
sich der Luftdruck relativ zu Feuchtigkeit und Temperatur
ändert - daher ist ein genau kontrollierte Laborumgebung
sehr wichtig. VAS wird in Litern angegeben. Cms wird
gemessen in Metern pro Newton. Cms ist die Kraft, die durch
die mechanische Aufhängung des Lautsprechers bestimmt wird.
Es ist einfach eine Messung von seiner Steifheit. Betrachtet
man die Steifheit (Cms), in Verbindung
mit den Q Parametern, so kann man einen Vergleich mit einem
Automobilhersteller schließen, wenn dieser eine Abstimmung
der Autos zwischen Komfort, zur Beförderung des Präsidenten
oder optimale Performance im Rennsport, trifft.
Wenn sie jetzt die Spitzen und Täler eines Audiosignals mit
einer Straßenoberfläche vergleichen, dann bedenken Sie, dass
die ideale Lautsprecheraufhängung wie die Federung eines
Autos ist. Ein Auto muss das wackeligste Gelände mit
Renn-Auto-Präzision durchqueren können und mit dem
Feingefühl der Geschwindigkeit eines Jagdflugzeuges. Es ist
eine ziemlich Herausforderung, denn wenn man sich auf
irgendeine Disziplin konzentriert, leidet meist eine andere.
Membranverschiebungsvolumen Vd
Dieser Parameter gibt das maximale
Membranverschiebungsvolumen an - mit anderen Worten: die
Menge Luft, die die Membrane bewegen kann. Es wird berechnet
durch die Verdopplung von Xmax (Schwingspule hervorstehen
von dem Treiber) und dann multiplizieren mit Sd
(Membranfläche). Vd wird in cm³ angegeben. Der höchste
Vd-Wert ist wünschenswert für einen idealen SubBass-Wandler.
Kraftfaktor BxL oder BL
Ausgedrückt in Tesla Meter, dies ist eine Messung der
Antriebskraft eines Lautsprechers.
Vergleichen sie dies mit einem guten Gewichtheber. Eine
bestimmte Masse wird auf der Membran befestigt und somit die
Membrane zurückgedrückt. Es wird gemessen, wie viel Strom
benötigt wird, um die Membrane wieder in die Ausgangslage zu
bewegen.
Die Formel ist Masse in Gramm geteilt durch den aktuellen
Strom in Ampere.
Ein hoher BL-Wert, zeigt einen starken Wandler, der
Kontrolle über die Membrane hat.
Bewegte Masse Mmd
Dieser Parameter ist die Kombination aus den Gewichten aller
mechanisch bewegten Teile eines Woofers. Der Wert setzt sich
aus dem Gewicht von Membran+Sicke+Zentrierspinne+Dustcap+Spule
mit Träger+Anschlusslitzen zusammen.
Effektive bewegte Masse Mms
Dieser Parameter ist die Kombination aus Gewicht der
Membrane (= Mmd) plus die Luftmasse auf der Membrane. Das
Gewicht der Membrane zu bestimmen ist einfach: Siehe oben
unter "bewegte Masse Mmd". Die Bestimmung der Luftmasse ist
komplizierter. In einfacher Terminologie, ist es das Gewicht
der Luft
(der Betrag berechnet in Vd) das die Membrane zusätzlich
bewegen muss.
Mechanische Verluste Rms
NICHT zu verwechseln mit der Leistungsangabe Wrms !!
Dieser Parameter vertritt den mechanischen Widerstand
hervorgerufen durch die Verluste der Aufhängung. Es ist ein
Maß für die Absorptionseigenschaften der
Lautsprecheraufhängung und ist festgelegt in N*s/m.
Efficency Bandwith Product EBP
Diese Messung wird berechnet durch Quotienten von Fs zu Qes.
Die EBP Figur wird verwendet bei vielen
Gehäusekonstruktionen, um zu bestimmen, ob ein Lautsprecher
passender ist für ein geschlossenes oder ventiliertes
Gehäuse. Ein EBP nahe zu 100, zeigt gewöhnlich an, dass ein
Lautsprecher am besten geeigneten ist für ein ventiliertes
Gehäuse. Ein EBP näher zu 50, zeigt gewöhnlich an, dass ein
Lautsprecher besser
geeignet ist für ein geschlossenes Gehäuse. Dies ist
lediglich ein Anhaltspunkt. Viele gut entworfene Systeme
haben diese Faustregel über den Haufen geworfen! Qts sollte
dabei auch beachtet werden.
Membranhub Xmax und Xmech
Xmax ist ein Maß für die maximale lineare Auslenkung und
wird in mm angegeben. Lautsprecherwiedergabe wird
nichtlinear, wenn die Schwingspule beginnt den Magnetspalt
zu verlassen. Ebenso können Aufhängungen Nichtlinearitäten
der Wiedergabe erzeugen, der Punkt an dem sich die Anzahl
Windungen im Spalt (siehe BL) verringert, ist der Punkt wo
die Verzerrungen zunehmen. Xmax gibt also den Weg an, den
die Schwingspule in EINE Richtung zurücklegen kann, ohne die
Windungszahl im wirksamen Magnetspalt zu unterschreiten.
Xmech ist ein Maß für die maximale mechanische Auslenkung
und wird ebenfalls in mm angegeben. Zu Grunde gelegt werden
vier potenzielle Fehlerbedingungen:
1. Die Zentrierspinne reisst wegen Überdehnung
2. Die Schwingspule schlägt auf Polplatte auf
3. Die Schwingspule tritt aus dem Magnetspalt aus
4. Physische Begrenzungen der Membrane
Man nehme den niedrigsten Wert dieser Messungen und
multipliziere es mit 2.
Dies ergibt eine Entfernung, die die maximale mechanische
Bewegung der Membrane beschreibt.
Membranfläche Sd
Dieser Parameter gibt die effektive Membranfläche in cm² an.
Impedanz Z (Zmax)
Dieser Parameter gibt den Scheinwiderstand (Impedanz) bei Fs
in Ohm an.
Übertragungsbereich
Dies ist der Frequenzbereich in dem es sinnvoll ist den
Lautsprecher einzusetzen. Hersteller benutzen verschiedene
Techniken zur Feststellung des Übertragungsbereiches. Die
meisten Methoden werden als akzeptabel in der Industrie
anerkannt, man kommt aber zu verschiedenen Ergebnissen.
Technisch gesehen werden viele Lautsprecher in Bereichen
genutzt, die theoretisch von geringem Nutzen sind. Erhöht
man die Frequenzen, wird die außeraxiale Schallabstrahlung
eines Wandlers relativ zu seinem Durchmesser vermindert. An
einem bestimmten Punkt, wird die Abstrahlung 'beamy' oder
schmal wie das Strahlenbündel von einer Taschenlampe. Wenn
Sie vor einen Lautsprecher stehen und sich dann leicht zu
einer oder der andere Seite bewegen, bemerkten sie eine
Änderung im Klang. Sie haben soeben erfahren wie sich dieses
Phänomen auswirkt und wissen worum es geht. Klar, die
meisten 2-Wege-Lautsprecher ignorieren die Theorie und
dennoch spielen sie ziemlich gut. Aber es ist nützlich zu
wissen, an welchen Grenzen sie Kompromisse eingehen können.
Größe Fmax
0.75" 18,240Hz
1" 13,680Hz
2" 6,840HZ
3" 5,472Hz
5" 3,316Hz
6.5" 2,672Hz
8" 2,105Hz
10" 1,658Hz
12" 1,335Hz
15" 1,052Hz
18" 903Hz
Leistung Pe
Diese Spezifikation ist sehr wichtig bei der
Wandler-Auswahl. Sie müssen einen Lautsprecher wählen, der
im Stande ist, die Leistung aufzunehmen, die ihr Verstärker
liefert. Sie können sowohl durch zu viel Leistung, als auch
zu wenig
ihre Lautsprecher zerstören. Die ideale Situation wäre ein
Lautsprecher der die Fähigkeit hat, 10% mehr Leistung zu
vertragen als sie liefern können. Das gibt ihnen relativen
Schutz vor thermischer Überlastung
Empfindlichkeit / Schalldruckpegel
Diese Daten vertritt eine von den meist verwendeten
Spezifikationen für Schallwandler. Es ist eine Darstellung
des Nutzungswertes und der Lautstärke, die sie erwarten
können, von dem Lautsprecher relativ zu dessen
Leistungsaufnahme. Lautsprecher Hersteller folgen
verschiedenen Regeln um diese Informationen zu erhalten - da
ist kein genauer Standard akzeptiert von der Industrie. Als
Ergebnis, oft ist es der Fall, kann der Lautsprecher-Käufer
nicht diesen Wert vergleichen, wenn die Empfindlichkeiten
von verschiedenen Herstellern anders ausgelegt werden. Als
Standard hat sich die Einheit dB/W/m entwickelt.
Es gibt Hersteller, die ihren Wert mit dB/W/0,5m angeben, um
einen höheren Betrag zu bekommen. Solche Werte sind
mit entsprechender Vorsicht zu bewerten. Ebenso Werte, die
sich auf dB/2,83V/m beziehen.
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Quellenhinweis:
HiFi-Forum
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