HD-VMD
HD? High-Definition? Gibt es da nicht schon ein
führendes Format, nämlich Blu-Ray?
Ja, das stimmt. Jedoch hat sich Mitte 2006 das britische
Unternehmen NME (New Medium Enterprise) aufgemacht, die
etwas in die Jahre gekommene Laser-Technik für das Lesen von
CDs aufzupeppen.
Denn NME setzt auf langwellige, rote Laser und nicht wie
HD-DVD und Blu-Ray auf blaue, kurzwellige Laser.
Aber warum? Im Streit um die Marktführung in der
High-Definition-Welt waren beide HD-Parteien (HD-DVD und Blu-Ray) feindlich
gesinnt, was sich negativ auf die Endverbraucher auswirkt:
Die beiden kurzwelligen Formate sind inkompatibel (abgesehen
von wenigen Herstellern, die seit Kurzem Kombi-Geräte
produzieren). Außerdem ist die Produktion durch den roten
Laser günstiger, so NME.
Doch was hat es mit der HD-VMD (HD Versatile Multilayer
Disc) nun auf sich?
Wenn man es grob betrachtet, gibt es keine großen
Unterschiede zu den bisherigen HD-Formaten. Auch die HD-VMD
unterstützt Auflösungen bis 1080i/p usw.
Der Unterschied liegt im Inneren der Disk. Die HD-VMD legt
ihre Filmdateien auf bis zu 20 unterschiedlichen Layern
(Schichten) ab, von denen jeder Layer fünf Gigabyte groß ist
- später sollen es mit zehn Layern pro Disk-Seite bis zu 100
Gigabyte Speicherplatz sein. Auf der IFA 2007
stellte NME eine Disk mit 15 bzw. 20 Gigabyte vor. Zudem
unterstützt HD-VMD auch die Videoformate MPEG-2 und MPEG-4
(DivX), H.264 und
VC-1. Für den Sound können die Formate WMA und MP3 sorgen.
Die Formatvielfalt verdankt HD-VMD den Decoderchips von
vielen verschiedenen Herstellern, mit denen NME
zusammenarbeitet. Jedoch kann es hier durch die Vielfalt
auch zu Inkompatibilitäten kommen, sollte mal ein
Kompressionsformat nicht unterstützt werden. Damit das
Erstellen von digitalen Kopien verhindert wird, setzt HD-VMD
auf ein eigenes, mit 128-Bit-AES-verschlüsseltes,
Kopierschutzsystem mit einem zusätzlichen HDCP-Kopierschutz
bei der digitalen Ausgabe.
Der erste Player für dieses Format ist der von NME eigens
entwickelte "NME ML622S":
Die Abspielgeräte sind laut Hersteller auch
abwärtskompatibel, d. h. die Wiedergabe von CDs und DVDs ist
mit diesen Playern auch möglich. Die Kosten für ein solches
Gerät belaufen sich auf 160 bis 220 Euro (Stand September
2007).
Bisher ist dieses Format eher in Australien, Island, Polen,
Indien und Skandinavien bekannt. In Deutschland soll es
voraussichtlich erst 2008 erscheinen. Ob sich dann der noch
günstigere Preis dieses Formates auszahlt ist fraglich, denn
bis 2008 wird sich preislich bei HD-DVD und Blu-Ray
sicherlich auch noch eine Menge tun und die "Großen", wie
Sony und Toshiba, sind an diesem Format so gut wie nicht
interessiert.
Die Idee in der Entstehung vermag vielleicht nicht schlecht
zu sein, jedoch ist eine Sache sicher: die Konsumenten
werden es im Format-Wirr-Warr immer schwerer haben.