14.09.2009
Testbericht Marantz CD6003

Das zu seinerzeit in den USA gegründete Unternehmen Marantz
weist eine große Produktpalette auf. Zu ihr gehört
auch der ab 2006 gefertigte CD 5001 OSE. Eine echte Referenz
in Sachen CD–Wiedergabe, wenn Sie mich fragen. Schon
deswegen war man sehr verwundert, als Marantz, die heute u.
a. mit Denon unter der D&M Holdings firmieren, einen
noch ausgefeilteren CD–Player auf den Markt warf. Die
Rede ist hier von dem CD6002; einem optisch, wie ich finde,
eher nicht so ansprechenden Player, der jedoch mit all'
seinen Features und Finessen in
der Wiedergabe quer durch die Testmagazine und den
wichtigsten Meinungen, nämlich die seiner privaten
Zuhörer, punktete. Wen verwunderts da, dass ich mir
einen Test des Nachfolgers nicht entgehen lassen konnte.
Präsentiert wurde der CD6003 erstmals auf der HIGH END 2009
in München. Die Resonanz war entsprechend groß, schließlich
wurde gleichzeitig auch das Geheimnis um den auf 500 Stück
limitierten HighEndSACDPlayer mit dem Namen
"KIPearl" gelüftet. Ab Ende Juli ist das Gerät dann für
einen unverbindlichen Verkaufspreis von 399 Euro im
Fachhandel zu erwerben.
Nicht selten kommt es vor, dass um ein neues Produkt viel
Wind gemacht wird, es im Endeffekt aber diese
Werbeversprechen nicht oder nur unzureichend einhält. Genau
so geschieht das auch bei Marantz - nur mit einem
Unterschied: Das, was angekündigt und versprochen wird, wird
auch eingehalten. So z. B. folgendes Zitat aus der
Pressemitteilung: "Wenn Sie eine ausgezeichnete
CDWiedergabe erwarten,
exzellente Klangqualität, Dynamik und eine klare
Detailschärfe ihr Antrieb sind, dann finden Sie im CD6003
genau den richtigen Spielpartner für einen Musikliebhaber."
Genau das hat sich im HiFi–Online.net Test (wo es, kurz
angemerkt, nicht auf irgendwelche Messergebnisse und
angeblich objektive Meinungen vieler verschiedener
Redakteure in klangoptimierten Räumen ankommt, sondern um
den Hörgenuss in den eigenen vier Wänden) bestätigt. Aber
bitte lesen Sie auf den nächsten Seiten selbst.
T E C H N I K
Der in allen Belangen tadellos verarbeitete CD6003 bringt
eine ganze Menge Features mit. So bietet er beispielsweise
im Gegensatz zu seinem Vorgänger eine USBSchnittstelle für
den Anschluss eines iPods oder ähnlichen Geräten. Um uns von
vorne nach hinten durchzuarbeiten machen wir am besten
gleich mit den weiteren Eigenschaften des Frontpanels
weiter, denn dort befindet sich ebenfalls ein nützlicher
Kopfhörerausgang. Bedientasten ersetzen zudem die
wichtigsten Funktionen der Fernbedienung. Leider verfügt der
CD6003 nur über eine StandbyFunktion (0,3 Watt), ganz
ausschalten kann man ihn nicht, es sei denn, man schließt
ihn an eine abschaltbare Netzleiste an. Andersherum bleibt
so der D/AWandler ständig aktiv.
Den meisten Platz an der Front nimmt jedoch das klar
strukturierte und gut ablesbare PunktMatrixDisplay ein,
welches auch über eine DimmerFunktion verfügt, also ganz
abgeschaltet oder in seiner Leuchtkraft verringert werden
kann. Die CDTextFunktion des Players, sofern auf der
Silberscheibe vorhanden, rundet das vordere Erscheinungsbild
noch einmal ab.
Auf der Rückseite finden wir ausreichende
Anschlussmöglichkeiten vor. Im linken Bereich befinden sich
dabei die vergoldeten StereoCinchAnschlüsse, gleich
nebenan gibt es auch nochmal je einen KoaxialDigitalen und
OptischDigtalenAusgang.

Doch das Spannende geht nun erst los, denn nun kommen wir
zum Innenleben. Jedem Laien fällt gleich auf den ersten
Blick die extrem sorgfältige Verkabelung und
Detailverarbeitung auf. Die Platinen sind baulich alle
voneinander getrennt und solide verschraubt. Das ganze
wickelt sich auf auf einer zweifach verstärkten Bodenplatte
ab, die den CD6003 mit sieben Kilogramm zu einem echten
Boliden heranwachsen lässt.

Die Leistungsfähigkeit wird durch ein üppiges Netzteil
gewährleistet. Mit der hohen Qualität des CS4398 als
Wandler, der von den speziell durch Marantz entwickelten
Ausgangsverstärkerstufe, der HDAMS2, unterstützt wird,
gelingt ein geradezu spektakuläres Klangbild, von dem man
nicht nur bei der CDWiedergabe, sondern auch über den
USBAnschluss profitiert. Eine Steigerung des
Klangerlebnisses ist jedoch noch möglich: Mittels des
AudioEXModus werden das Display, die PitchKontrolle sowie
die digitalen Ausgänge abgeschaltet, was sich spürbar auf
die Wiedergabequalität auswirkt. Allâ?? dies schnürt ein
Gesamtpaket, das mit einer hohen Auflösung über den gesamten
Frequenzbereich (2 Hz bis 20 kHz) sowie einer verbesserten
Transparenz (Klirrfaktor 0,002 %) und Tongenauigkeit mehr
als überzeugt.

In Sachen Wiedergabefunktionen ist der CD6003 ebenfalls
ordentlich bestückt. Eine Anspielautomatik ist ebenso
vorhanden, wie der RandomModus. An Wiedergabeformaten
beherrscht der Player neben der StandardCD nicht nur die
CDRW, sondern auch die komprimierten Tonformate MP3, WMA
und AAC.
Selbstverständlich ist dem Player auch eine sehr gut
verarbeitete Fernbedienung beigelegt, mit der alle wichtigen
Funktionen des Players aus der Ferne aufgerufen werden
können. Ein kleines Manko sehe ich an dieser Stelle in dem
Aspekt, dass die Fernbedienung leider keine
Hintergrundbeleuchtung hat, sodass man die Tasten auch in
dunkleren Räumlichkeiten fehlerlos bedienen kann.
Schnell noch einen Blick auf die tadellose Verarbeitung des
Gehäuses:

K L A N G
Das Thema, was im Endeffekt zählt, ist der Klang. Vielen
musikbegeisterten Menschen ist es egal, was für ein
D/AWandler oder Elko im Gerät verbaut ist, hauptsache es
erfüllt seinen Zweck zur Zufriedenheit der Hörer. Ohne viel
um den heißen Brei herum zu erzählen, kann ich sagen, dass
der CD6003 seiner Bestimmung mit den besten Resultaten
nachkommt. Wer seinen Vorgänger, den CD6002 kennt und zu
schätzen weiß, wird sich mit diesem Zuspieler noch einen
Schwung Freude ins Haus holen. Auch jene, die der digitalen
Welt aus Einsen und Nullen eher skeptisch gegenüber stehen,
sollten vielleicht einmal ihren inneren "Schweinehund"
überwinden und den Player der kleinen Silberscheiben testen
es lohnt sich!
Ein alter Irrglauben, so meine ich, ist ja immer noch der
Grundgedanke: Je besser das Equipment, desto unhörbarer
werden schlechte Aufnahmen. Aus Erfahrung kann ich sagen,
dass das reinster Quatsch ist. Der CD6003 sieht das übrigens
genau so. Als einer der ehrlichsten Player seiner Klasse
gibt er gnadenlos das wieder, was auf der CD an Qualität
vorzufinden ist mal mehr, mal weniger.
Das modern designte Gerät spielte kompromisslos alle
Musikarten durch. Angefangen mit moderneren Alben aus dem
Rock und PopBereich, einigen CDs von Lizz Wright und Jack
Johnson, über besten weiblichen Jazz mit Rebekka Bakkens bis
hin zu Charles Lloyd einem der, meiner Meinung nach,
besten Tenorsaxofinisten. Als "TestCD" herangezogen habe
ich von ihm die CD "Lift Every Voice". Das ganze aus einem
einfachen Grund:
Mit
diesem Album demonstriert Charles Lloyd, dass Jazz sowohl
Ruhe verbreiten, als auch Unruhe stiften kann. Doch die
Wiedergabe des Saxofons sowie des Pianos etc. meistert der
Marantz–Player hervorragend, indem er sehr fein, äußerst
präzise und räumlich sehr aufgeräumt musiziert. Und das
verwunderliche dabei ist, dass er all' dies bei einer
enormen Lebendigkeit schafft, die schon das ein oder andere
Mal verblüfft.
Weitere Songs, die mit dem CD6003 wiedergegeben werden,
versprühen eine enorme Detailtreue. Besonders bei prägnant
eingespielten HiHats lässt der Marantz keine Schwächen
erkennen. Die Hochtonwiedergabe ist punktgenau, offen und
deutlich.
Gerade im Vergleich zu, sage ich mal, etwas in die Jahre
gekommenen Player, die in vielen Racks ja noch rumstehen
mögen, wirkt der CD6003 deutlich agiler.
F A Z I T
Der sehr gut verarbeitete und designte CD6003 ist ein Player
für jeden, der hohen Wert auf eine exzellente CDWiedergabe
ohne jeglichen unnötigen SchnickSchnack legt. Marantz
beweist mit diesem Gerät einmal mehr, dass weniger oftmals
mehr ist. Besonders hervorheben möchte ich an klanglichen
Eigenschaften die kristallklare Höhenwiedergabe, die
Lebendigkeit und vor allem die Detailtreue, die in diesem
Modell liegt. Der CD6003 ist ein mehr als würdiger
Nachfolger des CD6002 und festigt die Stellung von Marantz
als einen der besten Hersteller der HiFi und
HeimkinoBranche.



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