www.hifi-online.net > Wissen > HiFi-Wissen > Symmetrisch / Unsymmetrisch
Professionelle Audioanlagen werden normalerweise mit
symmetrischer Übertragungstechnik
aufgebaut, während Heim-HiFi-Anlagen unsymmetrisch verkabelt sind. Was ist das
eigentlich,
was ist der Unterschied, warum gibt's überhaupt zwei verschiedene Systeme, und
was
passiert, wenn man sie kombiniert?
Zuerst mal ein wenig Basiselektrik:
Strom fließt immer im Kreis, darum spricht man vom Stromkreis. Wenn man also ein
elektrisches
Signal von A nach B übertragen will, dann braucht man dafür zwei Leitungen: Eine
Hin- und eine
Rückleitung. Das gilt sogar für Wechselstrom. Bei dem ändert sich zwar dauernd
die
Stromflussrichtung, aber trotzdem muss zu jedem Zeitpunkt der Strom, der in
einer der beiden
Leitungen fließt, in der anderen wieder zurückfließen.
Die Information kann auf verschiedene Weise im Strom enthalten sein. Im
einfachsten Fall kann
sie in der Stromstärke oder in der Spannung enthalten sein. Kompliziertere Fälle
gibt es auch,
z. B. kann die Information auf eine Trägerfrequenz aufmoduliert sein. Das ist z.
B. beim TV-Kabel
der Fall. Das soll uns hier nicht interessieren. Der gängigste Fall bei
Audiosignalen ist nämlich der,
dass die Information in der Spannung steckt.
Wenn man eine Spannung übertragen will, dann macht man die Quelle niederohmig
und das Ziel
hochohmig. Auf diese Weise kommt das Signal mit den geringsten Verlusten an.
(Bei Stromübertragung
ist es übrigens genau umgekehrt.) So ist z. B. der Ausgangswiderstand eines
HiFi-Gerätes
normalerweise deutlich unterhalb von 100Ohm, während der Eingangswiderstand
10kOhm oder mehr
beträgt.
Der Eingangswiderstand liegt dabei zwischen den Hinleiter und dem Rückleiter.
Irgendwelche immer
vorhandenen Kabel- und Steckerwiderstände liegen dazu in Reihe, und solange sie
im Vergleich mit
den 10kOhm sehr klein sind, spielen sie praktisch keine Rolle. So weit
jedenfalls die Theorie.
Bei der symmetrischen Übertragung gönnt man jetzt jedem Hinleiter seinen eigenen
Rückleiter, die
beiden Drähte treten also immer paarweise auf, und sind sogar oft noch
miteinander verdrillt. Dadurch
erreicht man, dass sich eventuelle Störungen durch Radiosignale oder
Magnetfelder auf beide Drähte
praktisch gleich auswirken. Das Nutzsignal gewinnt man im Empfänger dadurch, das
man den
Spannungsunterschied zwischen den beiden Leitungen feststellt, und bei dieser
Subtraktion fällt ein
Störsignal, das auf beiden Leitungen gleich vorhanden ist, wieder heraus. Die
symmetrische Übertragung
ist deswegen ziemlich störsicher.
Wir brauchen also für die symmetrische Übertragung pro Signal zwei Drähte und
einen Subtrahierer im
Empfänger zur Feststellung des Spannungsunterschieds zwischen diesen.
Bei der unsymmetrischen Übertragung versucht man demgegenüber zu sparen. Wenn
man mehrere Signale
zugleich übertragen will, dann kann man eine gemeinsame Rückleitung für alle
Signale verwenden und so
Drähte einsparen. Wenn man diese Rückleitung an das in jedem Gerät vorhandene
interne Bezugspotenzial
(die sogenannte Signalmasse) anschließt, dann kann man auch den Subtrahierer
sparen, weil das Nutzsignal
schon auf den richtigen Pegel bezogen ist.
Dabei handelt man sich aber ein Problem ein. Dieses System verlangt nun, dass
die internen Bezugspotenziale
in jedem Gerät gleich sind. Jeder Unterschied würde im Empfänger so aussehen,
als wäre er dem Nutzsignal
überlagert und von diesem nicht zu unterscheiden. Bei einem unsymmetrisch
verbundenen System muss man
also dafür sorgen, dass es keine nennenswerten Unterschiede im Pegel der
Signalmassen aller beteiligten
Geräte gibt. Die Masseverbindung muss so niederohmig wie möglich sein, während
die einzelnen Hinleitungen
diesbezüglich nicht so empfindlich sind. Das zu erreichen kann schwieriger sein
als man denkt.
Man könnte vielleicht denken, dass man die Gleichheit der Potenziale einfach
dadurch herstellt, dass man
die Signalmassen per Kabel miteinander verbindet. Aber jedes Kabel hat einen
Widerstand, da es (noch)
keine Raumtemperatur-Supraleiter gibt. Stecker haben Übergangswiderstände,
besonders die billigen und diese
steigen mit der Zeit wegen Korrosion. Und selbst wenn das alles nicht so wäre
gibt es immer noch die
Leitungsinduktivität, die einen Scheinwiderstand verursacht. Mit einem Wort, je
länger die Leitung ist, desto weniger
Chancen hat man, die Gleichheit der Massepegel zu erreichen.
Unsymmetrische Übertragung kommt also vor allem dann in Frage, wenn die
Leitunglängen kurz sind und wenn man
die billigstmögliche Lösung sucht. Das sind genau die Voraussetzungen, die man
bei der Heim-HiFi-Technik vorfindet.
Dort wird schon seit jeher der letzte zehntel-Cent gespart und die beteiligten
Geräte stehen normalerweise am
selben Ort.
In der professionellen Tontechnik gelten andere Regeln. Dort hat man es mit
größeren und weitläufigeren Anlagen zu
tun, bei denen von vornherein keine Hoffnung besteht, dass man für ausgeglichene
Massepegel sorgen kann. Also
bedient man sich der symmetrischen Übertragung, wo man darauf nicht angewiesen
ist. Das Extrembeispiel dafür ist
die analoge Telefontechnik, die schon seit Jahr und Tag symmetrisch arbeitet. Da
geht es um Entfernungen von
vielen Kilometern. Mit unsymmetrischer Technik hätte man da keine Chance. Die
durch unterschiedliche Massepegel
verursachten Störungen würden um ein Vielfaches höher als das Nutzsignal liegen.
Eine Heim-HiFi-Anlage hat vor 50 Jahren aus einem Plattenspieler und einem Radio
mit Verstärker bestanden, oft in
die gleiche Truhe eingebaut und an der gleichen Steckdose angeschlossen. In so
einem Fall hat man bei
unsymmetrischer Verkabelung wenig zu befürchten. Heutzutage aber sind
HiFi-Anlagen oft umfangreicher. Da werden
TV-Geräte, DVD-Spieler, Computer und Set-Top-Boxen zusammengestöpselt und die
Verkabelung geht unter Umständen
durch die ganze Wohnung. Weil die Antennenleitung ebenfalls unsymmetrisch ist,
erstreckt sich die Masseverkabelung
in Wirklichkeit sogar bis über die Antennenanlage. Dazu kommt noch, dass z. B.
in Computern die Signalmasse mit dem
Schutzleiter verbunden ist. Das heißt dass die Schutzerde auch noch in den
Bezugspegel hineinwirkt. In so einem
weitverzweigten Massesystem fließen so gut wie immer irgendwelche
vagabundierenden Ströme herum, z. B. solche die
durch den Induktionseffekt erzeugt werden. In einem unsymmetrischen System ist
es sehr schwierig, diese Störströme
aus dem Nutzsignal herauszuhalten.
Im idealen symmetrischen System ist die Masseverkabelung von der
Signalverkabelung getrennt. Auf diese Weise sind
Ströme, die in der Masseverkabelung fließen, ohne Belang. Die symmetrische
Verbindung zwischen zwei Geräten besteht
aus drei Drähten: Hinleiter, Rückleiter und Masse. Die Masseverbindung führt man
dabei als Abschirmung aus, um die
innen liegenden Signalleitungen vor eingestrahlten Radiosignalen zu schützen. Im
Grunde kann man dabei die Schirmung
des Kabels als Fortsetzung des metallischen Gehäuses der Geräte ansehen. Aus
diesem Grund verbindet man den
Masseleiter (Schirm) im Kabel auch mit der Gehäusemasse der angeschlossenen
Geräte, und zwar auf dem kürzesten
Weg, damit HF-Störungen gar nicht erst ins Innere kommen können.
Ginge es nicht um die Abschirmung von HF-Signalen, dann wäre der Schirm und die
Masseverbindung gänzlich unnötig.
Zur Signalübertragung selbst spielt sie keine Rolle. Aus diesem Grund ist es
auch falsch, bei symmetrischen Verbindungen
die Masseleitung im Kabel mit der Signalmasse des Geräts zu verbinden. Die
Signalmasse spielt nur innerhalb eines Geräts
als Bezugspunkt eine Rolle, nach außen wird sie nicht benötigt. Jede Verbindung
nach außen bietet nur ein Einfallstor für
Störsignale. Innerhalb des Geräts wird die Signalmasse allerdings an einer
einzigen Stelle mit der Gehäusemasse
verbunden. Das hat seinen Grund in der (Un-)Empfindlichkeit gegenüber
eingestreuten Radiosignalen.
Besonders interessant wird es nun, wenn man symmetrische mit unsymmetrischen
Geräten verbinden will, oder wenn man
bei der Verbindung von unsymmetrischen Geräten zur Vermeidung von Masseproblemen
(z. B. Brummschleifen)
zwischendurch auf symmetrisch umsteigen will. Hier schlägt nämlich oft der
Detailteufel zu, weil die verschiedenen Masse-
Arten nicht sauber unterschieden werden. Durch eine unglückliche Masseverbindung
kann man sich nämlich den kompletten
Vorteil der symmetrischen Technik verscherzen. Hier muss man also Grips
anwenden. Die symmetrische Technik hat sogar
bei manchen einen schlechten Ruf, eben weil man schnell solche Fehler machen
kann. Solche Fehler werden übrigens auch
gern von Geräteherstellern gemacht, die's eigentlich besser wissen müssten. So
findet man z. B. viele Geräte, bei denen die
Masse an einem Stecker für symmetrische Signale nicht mit der Gehäusemasse
sondern mit der Signalmasse verbunden ist,
im Gegensatz zu dem was ich oben schrieb.
Also wie verbindet man symmetrisch mit unsymmetrisch, falls es mal notwendig
wird?
Am problemlosesten geht dies mit Übertragern. Alle vier Kombinationen Unsym-->Unsym,
Unsym-->Sym, Sym-->Unsym,
Sym-->Sym können mit einem Übertrager (sogar dem gleichen Übertrager) gelöst
werden. Dazu braucht er auch keine eigene
Stromversorgung und er verträgt mehrere hundert Volt Spannungsdifferenz zwischen
den beiden Seiten. Das wäre ideal,
wenn es nicht auch ein paar Nachteile gäbe: Ein Übertrager hat bei niedrigen
Frequenzen steigende Klirrfaktoren, und
Maßnahmen dagegen sind unweigerlich teuer. Mit einem Wort: Gute Übertrager
kosten eine Stange Geld. Dazu haben sie
ein beträchtliches Gewicht und Volumen, wenigstens wenn man sie mit sonstigen
elektronischen Bauteilen vergleicht
(z. B. Transistoren). Wer allerdings 250€ für ein Cinch-Kabel für ein
Schnäppchen hält, der braucht auch bei dem Preis eines
guten Übertragers nicht zusammenzucken.
Die Güte eines Übertragers kann man leider nicht immer an den veröffentlichten
Daten erkennen. Interessant ist es vor
allem, wie sich der Klirrfaktor bei niedrigen Frequenzen verhält. Eine Angabe
des Klirrfaktors bei 1kHz sagt eher wenig aus.
Der Übertrager sollte auch gut abgeschirmt sein, z. B. durch eine Mumetall-Kappe.
Übertrager werden normalerweise als Bauteil zum Einbau in Geräte angeboten. Das
ist natürlich für den Normalbenutzer eher
uninteressant. Bauformen, die in eine Kabelverbindung eingeschleift werden
können sind da eher geeignet. Beispiele dafür sind der
Monacor FGA-40, oder der wesentlich bessere und teurere Lundahl LL6810-phmphm.
Beide haben den bei HiFi üblichen
Cinch-Stecker, so dass sie insbesondere für die Verbindung Unsym-->Unsym
verwendet werden können, also zur Auftrennung
von Masseschleifen. Das Monacor-Modell ist Stereo, Lundahl mono, man braucht
also von letzterem zwei für Stereo.
Will man aus dem einen oder anderen guten Grund keinen Übertrager einsetzen,
fächern sich die Möglichkeiten leider in eine Reihe
von Fällen auf, so dass man das Problem etwas genauer studieren muss.
Die Schwierigkeiten haben damit zu tun, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt,
wie man einen symmetrischen Eingang oder
Ausgang technisch realisieren kann. Je nachdem welche dieser Varianten im
konkreten Fall vorliegt muss die Verbindung zwischen
symmetrischem und unsymmetrischem Gerät anders aussehen. Man muss folglich
einige technische Details der beteiligten Geräte
kennen, die Angabe symmetrisch/unsymmetrisch reicht allein nicht. Ich muss zur
korrekten Beschreibung also ein wenig in die Tiefe
gehen.
Zunächst zu den verwendeten Steckverbindungen
Die im professionellen Bereich eingesetzte Steckverbindung für symmetrische
Signale ist der XLR-Stecker. Die Standard-
Steckerbelegung ist 1:Gehäusemasse/Schirm 2:Hot(Plus) 3:Cold(Minus). Ebenfalls
eingesetzt wird der 6,35mm Stereo-Klinkenstecker,
wobei der hier nur für ein Mono-Signal gebraucht wird. Hier ist die
Steckerbelegung Spitze:Hot Ring:Cold Hülle:Masse.
Insbesondere bei XLR gibt es leider eine Reihe von Geräten, die abweichende
Belegungen verwenden. Das ist die erste Ursache von
Problemen. Vielfach wird auf Pin 1 nicht die Gehäusemasse gelegt, sondern die
Signalmasse, was ich schon weiter oben kritisiert
habe. Dieses Problem trifft auch auf die Klinkenstecker zu. Darüber hinaus ist
bei XLR auch manchmal Hot und Cold vertauscht.
Die Begriffe Hot und Cold sind dabei wie folgt zu verstehen: Hot ist das
"normale" Signal, also sozusagen die Hinleitung. Cold ist
demnach die Rückleitung. Auch verwendet werden die Bezeichnungen + (Plus) und -
(Minus), aber das ist etwas verwirrend, weil
es sich ja um Wechselspannungen handelt, die gegenüber Masse oder gegeneinander
einmal positiv und wenig später wieder negativ
sein können. Ich bleibe daher bei den Begriffen Hot und Cold.
Wir setzen zunächst voraus, dass die Anschlüsse der Geräte korrekt verdrahtet
sind. Welche Probleme daraus entstehen, wenn die
Hersteller Fehler gemacht haben, wird später noch besprochen.
Eine Verbindung Sym-->Sym ist sehr einfach. Man verbindet einfach Hot mit Hot,
Cold mit Cold und den Kabelschirm an beiden Enden
mit Pin 1 (bei XLR). Die Drähte für Hot und Cold sollten im Kabel miteinander
verdrillt sein. Ein so konfiguriertes Kabel bietet die besten
Ergebnisse. Die Gehäusemassen beider Geräte werden über den Kabelschirm
miteinander verbunden, so dass Störströme über die
Gehäuse abfließen und nicht ins Geräteinnere dringen. Diese Verbindung gilt für
alle Varianten von symmetrischer Eingangs- und
Ausgangsschaltung in den beteiligten Geräten.
Wenn eines der Geräte (oder gar beide) den Fehler macht, die Signalmasse an Pin
1 zu legen anstelle der Gehäusemasse, dann können
Störströme ins Innere des Geräts dringen und sich so im Nutzsignal bemerkbar
machen. In diesem Fall kann es nötig sein, den Schirm
an einem Ende des Kabels abzuklemmen, oder einen eventuell vorhandenen
Groundlift-Schalter (Mit diesem kann die Verbindung
zwischen dem Schutzleiteranschluss des Gerätes und der Signalmasse im Gerät
aufgetrennt werden. Damit ist es möglich, die
Brummschleife zu entfernen. Man nimmt aber in Kauf, dass die Empfindlichkeit
gegenüber Funkeinstrahlung steigt) zu öffnen. Dadurch
kann die Verbindung aber anfälliger gegen HF-Einstreuungen werden. Ein anderer
Trick ist es, den Kabelschirm nur mit dem metallischen
Steckergehäuse zu verbinden, nicht aber mit Pin 1. Mit etwas Glück steht das
Metallgehäuse der Gerätebuchse mit dem Gerätegehäuse
in Verbindung, wodurch man wieder die Verbindung zur Gehäusemasse erreicht hat.
Vielleicht kann man aber sogar die falsche
Verdrahtung im Gerät korrigieren, aber da muss man natürlich die
Garantiebedingungen beachten.
Noch komplizierter wird es bei Verbindungen zwischen symmetrischen und
unsymmetrischen Geräten. Dazu muss ich die einzelnen
Schaltungsvarianten erklären. Zunächst die Eingänge:
1. Trafosymmetrischer Eingang
Es wird intern ein Übertrager eingesetzt. Trafo und Übertrager sind eigentlich
das Gleiche; im Englischen z. B. gibt es dafür nur ein Wort:
Transformer. Hier sind Hot und Cold mit der Primärwicklung des Übertragers
verbunden.
Wenn man einen unsymmetrischen Ausgang mit diesem Eingang verbinden will, dann
verbindet man einfach die unsymmetrische Masse
mit dem Cold-Anschluss und das Signal mit dem Hot-Anschluss. Pin 1 bleibt
unbenutzt.
Eine elegantere Variante (bessere HF-Abschirmung) ist bei Verwendung eines etwas
teureren Triaxial-Kabels möglich: Hier kann man die
äußere Abschirmung mit Pin 1 am Eingang verbinden. Auf der Seite des
unsymmetrischen Ausgangs bleibt sie unverbunden. Der innere
Schirm verbindet unsymmetrische Masse mit Cold.
Handelsübliche Adapterstecker zwischen Cinch und XLR sind für diesen Zweck
falsch beschaltet, weil sie die unsymmetrische Masse mit
der Gehäusemasse am symmetrischen Gerät und mit Cold verbinden. Dadurch entsteht
eine Masseverbindung, die zu Masseschleifen
führen kann. Besser wäre es, wenn die Hersteller solcher Adapter wenigstens
einen Groundlift-Schalter einbauen würden, mit dem die
Verbindung zur Gehäusemasse unterbrochen werden kann.
2. Eingang mit Differenzverstärker
Diese billigere und darum weiter verbreitete Variante verwendet einen
elektronischen Differenzverstärker. Da gibt es einige
Schaltungsvarianten, die uns hier nicht zu interessieren brauchen, weil die
Unterschiede keinen Einfluss auf die Verkabelung haben. Dieser
Differenzverstärker "berechnet" den Spannungsunterschied zwischen Hot und Cold,
wodurch ein Störsignal, welches auf Hot und Cold
zugleich auftritt, herausgerechnet wird. Die maßgebliche Eigenschaft des
Differenzverstärkers dafür ist die Gleichtaktunterdrückung. Eine
hohe Gleichtaktunterdrückung bedeutet eine hohe Unempfindlichkeit gegenüber
Störsignalen.
Für die Verbindung eines unsymmetrischen Ausgangs mit diesem Eingang gilt
weitgehend das gleiche, wie für den trafosymmetrischen
Eingang. Hier wird die Differenz zwischen den Massepegeln beider Geräte durch
die Gleichtaktunterdrückung des Differenzverstärkers
kompensiert. Die Verzerrungswerte eines Differenzverstärkers können außerdem
gegenüber einem Übertrager besser sein, vor allem bei
niedrigen Frequenzen.
Der Unterschied zwischen den Massepotenzialen beider Geräte darf bei diesem
Eingang nur wenige Volt betragen, während bei
trafosymmetrischen Eingängen der Unterschied hunderte von Volt betragen darf,
ohne daß das irgendwelche Probleme machen würde.
In den allermeisten Fällen hat man es aber mit Unterschieden von weniger als
einem Volt zu tun, so dass ein Differenzverstärker ohne
weiteres in Frage kommt.
Jetzt zu den Ausgangsschaltungen.
1. Trafosymmetrischer Ausgang
Analog zum Eingang ist ein Übertrager eingebaut. In diesem Fall sind Hot und
Cold mit der Sekundärwicklung des Übertragers verbunden.
Wenn damit ein unsymmetrischer Eingang angesteuert werden soll, dann verbindet
man wieder Cold mit der unsymmetrischen Masse und
Hot mit dem Signaleingang. Der Schirmanschluß (Pin 1) bleibt unbeschaltet, es
sei denn man verwendet Triaxialkabel, wie oben bei
trafosymmetrischen Eingängen beschrieben. Alternativ kann man auch ein einfach
geschirmtes Adernpaar nehmen, wobei Hot und Cold
ans Adernpaar gelegt werden. Der Schirm wird nur auf der Ausgangsseite mit Pin 1
verbunden.
Auch hier machen kommerzielle Adapter wieder Probleme.
2. Vollsymmetrischer Ausgang
Das sind im Grunde zwei Ausgänge, von denen einer das umgekehrte Signal des
anderen führt. Auf Hot liegt das normale Signal, und auf
Cold das invertierte Signal. Die Differenz ist also das doppelte normale Signal.
Für rein symmetrische Verbindung ist dieser Ausgangstyp eigentlich der beste.
Leider kann man diesen Typ von Ausgang nicht völlig
korrekt mit einem unsymmetrischen Eingang verbinden. Es bleibt nur, die
Gehäusemasse des Ausgangs mit der Masse des unsymmetrischen
Eingangs zu verbinden. Der Cold-Ausgang bleibt unverbunden. Das ist nicht völlig
befriedigend, weil die Gehäusemasse keine gute
Signalreferenz für ein unsymmetrisches Signal ist.
Ironischerweise hat man hier einen Vorteil, wenn der Hersteller
fälschlicherweise die Signalmasse auf Pin 1 gelegt hat.
Käufliche Adapter, die den Cold-Anschluss mit dem Schirm verbinden sind hier
sogar gefährlich, weil sie den Cold-Ausgang kurzschließen,
wodurch dieser beschädigt werden kann, wenn er nicht kurzschlussfest ist.
3. Kreuzgekoppelter symmetrischer Ausgang
Diese Schaltung versucht das Verhalten eines Übertragers etwas besser
nachzubilden. Man kann nämlich hier einen Ausgang mit Masse
verbinden, dann produziert der andere Ausgang einfach die doppelte Spannung. Das
beim vollsymmetrischen Ausgang beschriebene Problem
der Beschädigung wird dadurch vermieden.
Die Verbindung zu einem unsymmetrischen Eingang geht hier von Cold nach Masse
und von Hot zum Signaleingang. Pin 1 ist wiederum
unverbunden, außer bei Verwendung von Triaxialkabel oder geschirmter
Paarleitung.
4. Impedanzsymmetrischer Ausgang
Hier ist lediglich der Cold-Ausgang mit der gleichen Impedanz terminiert wie der
Ausgangswiderstand des Hot-Ausgangs. Am Cold-Anschluss
liegt also eigentlich gar kein Signal an. Bei der Verbindung mit einem
symmetrischen Eingang führt die übereinstimmende Impedanz dazu,
dass sich Störungen gleichmäßig auf Hot und Cold auswirken und sich so am
Empfänger korrekt aufheben.
Eine Verbindung zu unsymmetrischen Eingängen ist hier wieder unbefriedigend. Man
hat nur die Möglichkeit, die Gehäusemasse an Pin 1 mit
der unsymmetrischen Masse zu verbinden, mit allen Nachteilen die das hat.
Gegenüber einem vollsymmetrischen Ausgang kann hier
wenigstens kein Schaden entstehen, wenn Cold und Schirm miteinander verbunden
werden.
5. Massekompensierter Ausgang
Hier wird der Cold-Anschluss wiederum terminiert, wie beim impedanzsymmetrischen
Ausgang. Auch hier liegt also kein Signal am Cold-
Ausgang an. Allerdings wird die Spannung am Cold-Anschluss zur Korrektur der
Ausgangsspannung am Hot-Anschluss eingesetzt. Anders
gesagt: der Cold-Anschluss wirkt wie eine Fühlerleitung, mit Hilfe deren man den
Bezugspegel am Empfänger feststellt, so dass dieser das
für ihn richtige Signal erhält.
Bei Anschluss an einen symmetrischen Eingang ist das Verhalten wie beim
impedanzsymmetrischen Ausgang. Bei Anschluss an einen
unsymmetrischen Eingang verbindet man Cold mit der unsymmetrischen Masse und Hot
mit dem Signal, wie schon beim trafosymmetrischen
Ausgang.
Man sieht also, dass es keine Verkabelungsvariante gibt, die gleichermaßen für
alle symmetrischen Ausgangsschaltungen verwendet
werden kann, wenn man einen unsymmetrischen Eingang anschließen will. Dieser
unglückliche Zustand hat vermutlich viel dazu beigetragen,
dass sich die symmetrische Technik bisher im HiFi-Bereich nicht nennenswert
verbreiten konnte. Einige Firmen, die den Schritt wagen,
bezahlen das sicher mit einem höheren Aufwand für die Kundenbetreuung.