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Wenn Sie bisher MP3s gehört haben, konnten Sie dies nur in
Stereo.
Der Grund ist ganz einfach: Der MP3-Standard kennt im Gegensatz zu anderen
Codecs, wie
Apples AAC, keine Surround-Ausgabe. Dies und vieles mehr wird sich mit
MP3-Surround ändern.
Der neue Codec hat zudem entscheidende Vorteile gegenüber dem oben
angesprochenen AAC,
denn dieser Codec überträgt sechs echte Kanäle, was entsprechend Speicherplatz
benötigt.
MP3-Surround beschränkt sich auf zwei Kanäle und liefert die
Raumklanginformationen als Text
hinzu.
Der einzige noch bleibende Vorteil für AAC ist die Effizienz, denn das Format
benötigt von Haus
aus weniger Speicherplatz, als MP3. Würden sie jedoch die gleiche Technik wie
MP3-Surround
einsetzen, wären ihre Dateien ohne hörbaren Qualitätsverlust noch viel kleiner.
Aber wie funktioniert nun die Übergabe der Raumklanginformationen als Text?
Der Codec wandelt einen 5.1-Sound in einen Stereo-Ton um und verpackt die
Raumklanginformationen
in einer Tabelle. Diese ist zwar ein wenig umfangreich, benötigt aber lediglich
eine Bitrate von
15 Kbit/s. Spielen Sie den Song dann ab, erzeugt der Decoder Ihres Players dank
der
Raumklanginformationen aus der Stereo-Spur wieder den 5.1-Sound.
Im Detail funktioniert die Codierung von MP3-Surround so:
MP3-Encodierung:
Als Ausgangmaterial für den MP3-Surround-Sound muss eine 5.1-Quelle vorliegen,
wie z. B. die
AC3-Tonspur einer Musik-DVD. Diese muss aber zunächst mittels eines
Audio-Editors
(z. B. MAGIX Music Maker) in sechs Mono-WAV-Spuren zerlegt werden.
Aus dem Quell-Material erzeugt der Surround-Encoder dann dann eine herkömmliche
Stereo-MP3.
Es werden auch hier die typischen Techniken zur Datenreduktion angewendet: Der
Encoder identifiziert
und löscht die Töne, die von anderen abgedeckt werden sowie die Klänge im
höheren Frequenzbereich,
den das menschliche Gehör nicht mehr wahrnehmen kann. Anschließend wird auf
Bit-Ebene komprimiert.
Alles in allem reduziert der Encoder die sechs Mono-WAV-Kanäle auf ca. ein
dreißigstel ihrer ursprünglichen
Größe.
Surround-Encodierung:
Der Encoder schreibt nun die Raumklanginformationen in eine Textdatei, die der
Decoder benötigt, um den
Raumklang wieder herzustellen. Der linken Tonspur wird der Kanal links vorne,
links hinten und der halbe
Center-Kanal zugeordnet. Entsprechend diesem Muster wird das ganze auch für den
rechten Kanal
vorgenommen.
Das Low-Frequency-Effect-Signal, welches der Subwoofer abspielt, durchläuft
hingegen keiner BCC-Analyse.
Der Grund ist, dass Frequenzen zwischen 20 und 100 Hertz vom menschlichen Gehör
gar nicht lokalisiert
werden können. Die tiefen Töne werden beim Abspielen vom Decoder sowieso an den
Subwoofer gesendet.
Die o.g. Tabelle, in der die Raumklanginformationen in Text-Form gespeichert
werden, werden vom Encoder
im „ancillary-data-field“ der MP3-Datei abgelegt. Dieser Speicherort ist
normalerweise für die Zusatzfeautures,
wie etwa der ID3-Tag-Anzeige, vorgesehen.
MP3-Sound-Decodierung:
Lediglich ein Surround-Decoder ist in der Lage die Informationen aus der
Surround-Encodierung auch
auszuwerten. Dabei wendet der Player die Informationen aus der Tabelle auf den
jeweiligen Stereo-Kanal an.
Dadurch wird wird rekonstruiert, wie der Klang in den vorderen bzw. hinteren
Lautsprechern klingen soll. Der
Center-Kanal wird aus den beiden Stereo-Tonspuren erzeugt.
Innoative Idee mit kleinen Macken:
Dieses neue Format hat jedoch zwei Probleme. Erstes Problem ist, dass das neue
Verfahren nicht massentauglich
ist und es auch wohl nicht werden wird, denn wer hat schon die Zeit und das
Know-How eine Surround-Quelle in
sechs Mono-WAVs aufzuteilen? Die meisten Menschen nutzen MP3 doch eigentlich für
die Archivierung ihrer CDs.
Zudem gibt es zum Abspielen dieser Formate noch keinen Hardware-Player.