www.hifi-online.net > Wissen > HiFi-Wissen > Bi-Wiring, Bi-Amping, Bridging
Bi-Wiring: Hier
werden mehrere Lautsprecherkabel vom Verstärker zum Lautsprecher geführt.
Dadurch wird der Kabelquerschnitt vergrößert und
man kann damit die Kabeleinflüsse, die durch zu geringen Querschnitt entstehen,
verringern.
Bi-Amping: Hier wird der Frequenzbereich vor der Endstufe in zwei
Bereiche aufgeteilt und jeder Frequenzbereich wird von einer eigenen Endstufe
verstärkt. Dann geht von jeder Endstufe ein Lautsprecherkabel zu dem Chassis,
für das es die Frequenzen verstärkt.
Bridging: Hier wird ein Lautsprecher an zwei Verstärker angeschlossen, um
eine höhere Leistung zu erhalten. Zusätzlich braucht man eine
Phasenumkehrstufe. Theroretisch wird die Leistung der beiden Verstärker durch
Bridging nicht verdoppelt sondern vervierfacht.
Bi-Wiring/Bi-Amping macht erst Sinn, wenn die Weiche des Lautsprechers so gebaut
ist, dass sie die Anschlüsse für die verschiedenen Chassis
nach außen führt.
Bei
2-Wege-Boxen gibt es üblicherweise Anschlüsse für den Bereich der tiefen und der
hohen Frequenzen. Bei 3-Wege-Boxen gibt es oft auch nur
Anschlüsse für den Bereich der tiefen und der hohen Frequenzen, weil hier der
Mitteltöner und der Hochtöner zusammen auf einen Anschluss gelegt
werden. Es gibt jedoch auch Lautsprecherboxen mit Anschlüssen jeden
Frequenzbereich getrennt, also nicht nur 2 Anschlusspaare, sondern 3
oder 4. Bei 3 Anschlusspaaren spricht man von Tri-Wiring/Tri-Amping. Bei 4
Anschlusspaaren Quattro-Wiring.
Bemerkungen zu Bi-Wiring:
Bi-Wiring ist eine simple Sache, risikolos und meistens auch nicht besonders
auffällig, was die Hörunterschiede angeht (mit - ohne - Bi-wiring). Da
für alle Chassis bzw. Frequenzbereiche weiterhin die gleiche Endstufe verwendet
wird, hat man keinen eigentlichen Vorteil, außer den des höheren
Kabelquerschnitts. Wenn die Endstufe mit mehreren Lautsprecherausgängen
ausgestattet ist, dann bietet sich Bi-Wiring geradezu an.
Bemerkungen zu Bi-Amping:
Bi-Amping ist eine aufwendige Sache. Zum Trennen der Frequenzbereiche nach der
Vorstufe benötigt man eine spezielle Weiche. Eine Lautsprecherweiche
ist hierfür nicht geeignet. Diese Geräte werden z. B. bezeichnet mit "Aktive
Frequenzweiche oder Behringer CX3400 Super X Pro. Solche Weichen haben
meist eine hohe Flankensteilheit (24 db/Oktave) und umfangreiche
Einstellmöglichkeiten (Frequenz, Phase, Pegel, Delay...). Vom Vorverstärker geht
das
Signal in die Weiche und von der Weiche in so viele Endverstärker, wie man
Anschlüsse an den Lautsprechern hat, bei Bi-Amping braucht man demnach
zwei Stereo Endverstärker. Je nach Frequenzbereich kann man verschiedenen
Verstärker einsetzen, meistens wird man für den Bass-Bereich einen
wesentlich stärkeren Verstärker einsetzen als für den Mittel- und
Hochtonbereich. Im Mittel- und Hochtonbereich kann man z. B. auf einen
Class-A Verstärker zurückgreifen, da genügen oft weniger als 2 mal 50 Watt.
Jetzt muss man noch daran denken, dass der Lautsprecher ja auch noch eine Weiche
eingebaut hat, wobei diese Weiche gegenüber den aktiven
Frequenzweichen meistens primitiv ist. Sie hat ja nur passive Bauelemente.
Laufzeitkorrekturen, Phasenkorrekturen sind nur schwierig durchzuführen,
für eine aktive Frequenzweiche ist das geradezu ein Kinderspiel. Aber diese
Weiche im Lautsprecher kann man nicht abschalten, und das macht den
Betrieb von Bi-Amping relativ schwierig.
Eine einfachere Form des Bi-Ampings ist, wenn man auf die oben beschriebene
Frequenzweiche verzichtet. Dann nutzt man nur die Weiche im
Lautsprecher. Das ist wahrscheinlich die am häufigsten verwendete Form des
Bi-Amping.
Zum Bridging (Brücken):
Generell muss eine Endstufe zum Brücken ausgelegt sein. Vorraussetzung dafür ist
eine Gegentaktschaltung mit symmetrischem Aufbau der Endstufe:
gleiche Betriebsspannung ( + und -), eisenlose und elkofreie Ankopplung des
Lautsprechers. Das Signal wird auf den Eingang eines der beiden
Verstärker gegeben und über eine Phasenumkehrstufe auf den zweiten Verstärker.
Wie werden die Lautsprecher angeschlossen: Die beiden Masseanschlüsse der
Verstärker werden miteinander verbunden, und der Lautsprecher wird
jeweils an den signalführenden Anschluss angeschlossen. Durch die Phasendrehung
wird erreicht, dass der Lautsprecher nicht gegen Masse arbeitet
sondern zwischen Wellenberg und Wellental der beiden Verstärker. Damit wird die
Ausgangswechselspannung verdoppelt, also eine Leistungssteigeung
um fast das vierfache erreicht
P = ( Us - 2Uv)² / 2R. Uv steht für die Restspannnung einer Endstufenkombination
und liegt bei ca. 3V.
Wann macht man Bridging: Zum einen macht man dieses wenn nicht genügend
Betriebsspannung zur Verfügung steht (wie z. B. im Auto), zum anderen
aus Kostengründen bei der Einsparung von aufwendigen Netzteilen und
Hochspannungshalbleitern. der Lautsprecher muss die doppelte Impedanz eines
normal betriebenen Lautsprechers haben, weil der Kollektorspitzenstrom ebenfalls
ansteigt.
Imax = ( Us - 2 Uv ) / R.
In der Praxis hat man oft nur eine Leistungsverdopplung statt Vervierfachung,
weil man die gleichen Lautsprecher wie vor dem Bridging einsetzt und die
Netzteile nicht den höheren Strom abgeben können.
Im Hifi-Bereich gibt es nur wenige Verstärker, die für Brückenbetrieb ausgelegt
sind. Hier ein paar Beispiele wo es geht weil auch gleich eine
Phasenumkehrstufe eingebaut ist:
Marantz PM17/SM17
McIntosch: hier sind viele Stereo-Verstärker brückbar: z. B. der MC202 Stereo
Power Amplifier:
- Stereo 2 x 200 watts (8/4/2 ohms)
- Mono bridged: 1 x 400 watts (16/8/4 ohm)
Im PA Bereich ist fast jede Endstufe brückbar. Um Bridging zu vermeiden kann man
sich auch gleich eine stärkere Endstufe kaufen, das ist meist
problemloser.