www.hifi-online.net > Wissen > HiFi-Wissen > Aktiv- und Passivlautsprecher
Aktiv-Lautsprecher sind Lautsprecher mit einem eingebauten Verstärker und werden
an den Vorverstärkerausgang eines Vorverstärkers angeschlossen.
Im Aktivlautsprecher ist eine Weiche und nach der Weiche für jedes Chassis ein
eigener Verstärker. Phasenverschiebungen durch die Weiche können
korrigiert werden ebenso der Frequenzgang der einzelnen.
Passivlautsprecher haben keinen Verstärker und werden an einen Endverstärker
angeschlossen. Im passiven Lautsprecher wird das Signal durch die
Weiche in die verschiedenen Frequenzbereiche für die einzelnen Chassis
aufgeteilt, z.B. für einen Tieftöner, einen Mitteltöner und einen Hochtöner.
Damit alle Chassis ihre korrekte Lautstärke haben, müssen in der Weiche
Korrekturen vorgenommen werden. Da jedoch keine Verstärkung mehr stattfindet
ist die Korrektur schwierig.
Vor- und Nachteile von aktiven und passiven Lautsprechern:
Vorteil aktiv:
Hauptvorteil ist die Möglichkeit, das Chassis besser zu kontrollieren. Durch
die mechanische Bewegung im Gehäuse und durch die elektrischen Eigenschaften
ist ein Chassis ein kompliziertes Gebilde, das durch einen eigenen Verstärker am
Besten kontrolliert werden kann, weil der Verstärker auf das Chassis
eingestellt werden kann, es kann sogar die Membranbewegung oder der erzeugte
Schalldruck gemessen werden und die Verstärkerleistung wird dann
geregelt bzw. angepasst. Wenn man die Schalldruckkurve des Chassis kennt, kann
man den Frequenzgang fast total "geradebügeln", was ja die
Voraussetzung für HiFi ist. Der Einfluss einer Weiche was Phasenverschiebungen
angeht, kann komplett korrigiert werden.
Weitere Vorteile:
Es wird kein Endverstärker benötigt, da der Endverstärker im Lautsprecher
eingebaut ist. Im PA-Bereich gibt es viele Aktiv-Lautsprecher, da kann man die
Lautstärke problemlos durch dazustellen von weiteren Aktivlautsprechern erhöhen.
Die Leitungslänge spielt nicht mehr die Rolle wie beim Passivlautsprecher,
weil über die Leitung zum Lautsprecher keine Leistung mehr übertragen wird,
sondern nur ein "Kleinsignal". In Verbindung mit symmetrischer Übertragung
lassen sich sehr lange Strecken überbrücken, wobei man dann schon wieder auf die
Schall-Laufzeit durch die Luft Gedanken machen muss (in der PA-Technik).
Nachteil aktiv:
Durch die eingebaute Elektronik ist der Aktiv-Lautsprecher teurer. Das
relativiert sich, wenn man bedenkt, dass der Endverstärker entfällt. Bedingt
durch die
notwendige Stromversorgung gibt es 2 Anschlüsse: Signal und 230V. Evtl. wird
eine Ferneinschaltung benötigt.
Vorteil passiv:
Ein Lautsprecher kann mit wenigen Bauteilen billig gebaut werden.
Nachteil passiv:
Die
Verbesserungsmöglichkeiten sind beschränkt. Weichen verursachen
Phasenverschiebungen und diese können nur zum Teil korrigiert werden.
Unterschiedlich l
aute Chassis müssen angepasst werden.
Durch den Wegfall des Endverstärkers und die relativ geringe Auswahl an
Aktiv-Lautsprecher-Herstellern gibt es hier viel weniger zu basteln, sei es am
Kabel,
am Endverstärker, an den Weichen. Der Selbstbau eines aktiven geregelten
Lautsprechers ist fast unmöglich.
Ungeregelte und Geregelte:
Die einfachste Konstruktion für einen Aktivlautsprecher ist, wenn man einfach
den Verstärker in die Box einbaut, so wie bei den meisten Subwoofern. Der
Verstärker
verstärkt das Musiksignal und steuert das Chassis an, und dieses bewegt sich.
Dadurch hat man aber noch keine Verbesserung im Klang. Diesen erreicht man erst
durch Regelung und meist recht aufwändige Elektronik: mit aktiver Weiche,
Bi-Amping (bzw. einen Verstärker für jedes Chassis), Phasencontrolle, Time-Align,
EQing, Limiter usw.
Regelung bedeutet, dass die Bewegung der Membran gemessen wird (hierfür gibt es
mehrere Verfahren, z.B. kapazitiv (bei Hochtönern), per Mikrofon, mit einer
weiteren Spule, optisch mit einer Lichtschranke) und Abweichungen vom
elektrischen Signal des Verstärkers können korrigiert werden.
Das Ergebnis ist eine hörbare Verbesserung.
Anschluss eines aktiven Lautsprechers an einen passenden
Endverstärker-Ausgang:
Das ist zwar im Prinzip möglich, jedoch nicht zu empfehlen. Der Endverstärker
ist meistens getrimmt auf eine Last von 4-8 Ohm. An dieser Last liegt eine
Spannung
von 30 Volt oder mehr an (30 Volt bei 4 Ohm für 225 Watt). Der Aktivlautsprecher
hingegen braucht nur ein paar Volt für Vollaussteuerung. Mit ein paar
Widerständen kann man die Spannung verkleinern, man muss hierbei auf
ausreichende Belastbarkeit achten.