Kaum haben sich die
Breitbild-Flachbildschirme in den Wohnzimmern etabliert,
steht schon die nächste Display-Generation in den
Startlöchern. Ihr Name: OLED.
Ihre Merkmale: ultraflach, hochauflösend, aus Plastik.
Doch was genau ist OLED und warum wird es die gerade im
Trend liegenden Flachbildschirme in absehbarer Zeit vom
Markt verdrängen?
Zur Technik:
OLEDs (Organic Light-Emitting Diode) basieren auf
organischen Halbleitern, die leuchten, sobald eine Spannung
anliegt. Unterschieden wird in kleine Moleküle (Small
Molecules) und langkettige Polymere.
Der Aufbau ist im Vergleich zu einem LCD sehr einfach "
zumindest theoretisch:

Die OLED-Technik arbeitet mit mehreren Schichten aus
organischen Halbleitern sowie Farbstoffen organischer Art,
die zusammen eine Schicht bilden, die nur wenige Nanometer
stark ist. Zwischen diesen beiden Schichten liegen
hauchdünne, elektrische Kontakte. Fließt nun, wie oben
genannt, Strom, geben die elektrischen Ladungsträger ihre
vorhandene Energie an die Moleküle ab, welche hierdurch zum
Lichterzeugen angeregt werden. Beim Zurückfallen der
Farbmoleküle aus dem angeregten Zustand senden diese einen
Lichtblitz aus. Je nach Anregungsstufe entsteht eine
bestimmte Farbe. Jeder Pixel eines OLED-Displays besteht aus
einer OLED für jede der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau.
Die Grundfarben lassen sich durch die verschiedenen
Anregungszustände fein abstufen.
In der Praxis entpuppt sich dies jedoch ein wenig
aufwendiger, denn die Dioden sind extrem empfindlich
gegenüber Feuchtigkeit und Sauerstoff und müssen daher noch
hinter Glas verkapselt werden, was auch die Produktionsgröße
einschränkt. Für die Verarbeitung gelten gleiche
Reinheitskriterien, wie in der Halbleiterindustrie. Derzeit
herrscht zwischen den Ingenieuren ein Glaubenskrieg, ob für
die Super-Displays der Zukunft besser kurze oder lange
Kunststoffmoleküle verwendet werden sollten. Zurzeit sind 98
Prozent der Produkte Small-Molecule-OLEDs.
Zur Geschichte:
Angefangen hat alles mit der Entwicklung der ersten LED
im Jahr 1962. Diese erreichten eine Lichtausbeute von
0,1 Lumen pro Watt. Nach mehreren Entwicklungsstufen
stieg diese Ausbeute auf 100 Lumen pro Watt.
1979 entdecke der Forscher Chin Tang die
Elektrolumineszenz. Bei der Arbeit mit Solarzellen
beobachtete er ein blaues Leuchten von organischem
Material.
1987 stellte Tang zusammen mit Van Slyke die ersten
Leuchtdioden aus dünnen organischen Schichten vor. Bei
diesen OLEDs wurden im Vakuum kleine organische Moleküle
auf das Trägermaterial aufgedampft.
1990, im Entdeckungsjahr der Elektrolumineszenz von
Polymeren, entwickelte die Cambridge Display Technology
ein Verfahren, die langkettigen Kunststoffe in einer
flüssigen Phase mit einer Tintenstrahl-ähnlichen Methode
auf eine Elektrode des OLEDs aufzudrucken (Polymer-OLED
oder PLED). Das legte den Grundstein für große
organische Display.

Zur Zukunft:
Auch heute werden OLEDs schon verwendet, so z. B. für
Handy-Displays, Autoradios, usw.
Denkbar für die Zukunft wäre zudem die Verwendung als
großflächige Raumbeleuchtung, Fernseher und Monitore.
Nach heutigem Stand der Technik hat die OLED-Technologie
aber noch ein paar Schwächen. Eine dieser Schwächen ist
die kurze Lebensdauer von ca. 30.000 Stunden, was nur
der Hälfte der heutigen Flachbildschirme entspricht.
Dazu kommt, dass einige Pixel schneller altern, als
andere. Zur Folge hat dies Helligkeitsunterschiede.
Jedoch kommen wir mit OLEDs der Technik in
Science-Fiction-Filmen, wie Dune oder Andromeda, immer
näher, in denen Mitteilungen auf ultraflachen E-Papern
vorhanden sind. Außerdem bieten sie hohe Auflösungen,
starke Kontrastwerte (1.000.000 : 1) und ein
"federleichtes" Gewicht von z. B. nur 2 kg für einen
Fernseher.

Vor- und Nachteile:
Vorteile:
Niedriger Stromverbrauch (z. B. 45 Watt, schont Akkus
von Laptops, Handy usw.
dank Eigenleuchtkraft) > daraus folgt: OLED-Bildschirme entwickeln weniger
Wärme als LCDs
Dünnere Bildschirme (z. B. 3mm)
Starke Kontrastwerte (1.000.000 : 1, Vergleich Plasma:
10.000 : 1)
Vermeidung von Bewegungsunschärfe, da es Bildsignale
etwa 100-mal schneller verarbeitet, als LCDs (0,001 ms
vs. 2,0 ms)
Hohe Auflösung (z. B. Samsung SDI 1600x1200 Pixel)
Leicht (z. B. zwei Kilogramm für einen Fernseher)
Geringe Herstellungskosten (da keine
Hintergrundbeleuchtung, Materialkosten für Licht gebende
Schicht fällt also weg. Lassen sich theoretisch einfach
auf ein Trägermaterial drucken, d.h. in einigen Jahren
könnte es Drucker geben, die OLEDs kostengünstig drucken
können)
Aus nahezu jedem Blickwinkel ein perfektes Bild (170
Grad)
Nachteile:
Nicht all zu lange Lebensdauer (30.000 Stunden, 10
Jahre bei durchschnittlich 8 Std. Betriebszeit), Einige Pixel altern schnelle als andere, Folge:
Helligkeitsunterschiede
Verwendeten Metalle Rosten, Anodenmaterial bricht bei
zu häufigem Biegen. Hersteller versprechen jedoch in den
kommenden Jahren dies zu beheben.
Zurzeit keine Markterschließung, da sich jede
Anwendung, die man heutzutage mit einem OLED realisieren
könnte, auch von anderen Flachdisplaytypen realisieren
lässt.