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High Definition Multimedia Interface - oder auch kurz HDMI.

Eine 2003 neu entwickelte Schnittstelle für die Übertragung von Audio-
und Videosignalen. Es wurde von der Industrie speziell für das Home-
Entertainment entwickelt und liegt seit dem 23.06.2006 in der Version 1.3
vor. Seit Mai 2009 wurde auf Version 1.4 hochgestuft. Da im eben erwähnten
Home-Entertainment-Bereich immer mehr digitale Komponenten verwendet
werden und auch der Nutzinhalt aufsteigend in digitaler Form vorliegen (DVD,
DVB), wurden die Schwächen der bisher unvermeidlichen Digital-Analog- und
Analog-Digital-Wandlungen immer klarer.

HDMI läutet also ein neues, volldigitales, Zeitalter ein, in dem Audio- und
Videosignale nicht mehr wie üblich auf dem analogen Weg zur Anlage
transportiert werden (Koaxialkabel, Scart).

Diese neue Technik hat viele Vorteile:

 


Da es verschiedene HDMI-Spezifikationen gibt, gibt es auch verschiedene Steckerarten:
Für HDMI 1.1 und 1.2 sind zwei Steckerarten entwickelt worden: Typ A und Typ B,
ca. 4,5 x 13/21 mm Querschnitt.

Stecker-Typ C ist für HDMI 1.3 entwickelt worden, mit einem Querschnitt von etwa
2,5 x 10,5 mm.

Typ A und C basieren auf einer single-link Verbindung, bei der drei TMDS-Leitungen zur
Verfügung stehen, und Typ B erlaubt durch die Verdoppelung von drei auf sechs TMDS-
Leitungen die doppelte Datenrate.



Schön und gut, aber lohnt sich nun der Umstieg auf HDMI?

Ja! HDMI hat seine national und international großen "Überlebenschancen" ausgenutzt
und gehört deswegen nun zur Standardbestückung eines jeden Blu-Ray-Players,
DVD-Players, AV-Receiver, Fernseher, Konsole, PC, Beamer, etc und das nicht zuletzt
wegen der 100%-igen DVI-Unterstützung. Damit auch die Audiophilen auf ihren
Geschmack kommen, kann HDMI seit der Version 1.2 zusätzlich zur DVD-Audio (HDMI 1.1)
auch SACDs übertragen.

Zu Beginn des Kalenderjahres 2009 wurden die Spezifikationen für die kommende
Fassung des HDMI-1.3-Nachfolgers bekannt gegeben. Dieser Vorgang, der durch die
dahinter stehende HDMI Licensing vorgenommen wird, erfolgt gut zweieinhalb Jahre
nach der Bekanntgabe des 1.3b-Standards.


Die zur Zeit neueste Version trägt seit Mai 2009 offiziell die Bezeichnung "HDMI 1.4".
Bei dieser Version gibt es einige Neuerungen, so ist z. B. das maximal übertragbare
Bildformat auf 2160p/30 Hz angestiegen, was selbstverständlich auch eine Abwärts-
kompatibilität zu 1440p/120 Hz sowie 1080p/60 Hz beinhaltet. Erweiterungen gibt es
auch beim Farbraum, denn zu den bisher üblichen Deep Color, RGB/YUV etc sind nun
auch sYCC601, Adobe RGB sowie Adobe YCC601 hinzugekommen. Die Steckertypen
werden um einen Micro HDMI Connector und ein Automotive Connection System
ergänzt. Im Gegensatz zur Vorgängerversion 1.3 a, b und c hat man bei der Version 1.4
keine Fehlerbeseitigung betrieben, sondern neue Features hinzugefügt. So
beispielsweise eine 3D-Wiedergabefunktion (wurde z. B. seitens Panasonic auf der IFA
2009 vorgestellt) sowie der HDMI Ethernet- und Audio Return Channel. Die Datenrate
liegt seit der Version 1.3 konstant bei 8,16 Gbit/s (Typ A+C, 19 polig). Auch an den
Tonformaten hat sich nichts getan – warum auch? Weiterhin sind alle gängigen Tonformate
wie DTS-HD Master, Dolby TrueHD etc kompatibel mit der Version 1.4. Erstaunen löste
bei der Vorstellung der neuen Version auch folgende Spezifikation auf: Die Entwickler
haben an der Geschwindigkeitsschraube gedreht. Immerhin wurde bei HDMI die maximale
Geschwindigkeit für eine Single-Link-Verbindung bereits von 165 MHz (4,95 GBit/s) auf
340 MHz (10,2 GBit/s) erhöht – eine Datenrate, die aktuelle Videoanwendung gar nicht
ausschöpfen. Nun wurde für 4K- und 3D-Anwendungen die maximale Bitrate abermals
erhöht. Dabei handelt es sich konkret um die Möglichkeit Filme von hochauflösenden
Videokameras, wie z. B. der 65 mm 5 PERF, mit einer maximalen Auflösung von 4096
horizontalen Bildzeilen sowie einer besseren Ausbelichtung des Quellmaterials darzustellen.

Kritiker sehen in der intervallmäßigen Aktualisierung des Standards ihren ärger darüber,
dass eine Heimkino-Kette nicht lange aktuell bleiben wird. So muss beispielsweise alle
drei Jahre vom Fernseher, über den Blu-Ray-Player bis hin zum AV-Receiver (das HDMI-
Kabel nicht zu vergessen) alles rund um erneuert werden, wenn man up to date sein
will – vielleicht sollte sich die Politik mal Gedanken über eine Art "Heimkino-Abwrackprämie"
machen?!



Können über das HDMI-Interface digitale Kopien erstellt werden?

Nein, zumindest vorerst nicht! HDMI verfügt über den neuen Kopierschutz HDCP
(siehe HDCP im Heimkino-Lexikon). HDCP wird erst in der empfangenden (meist)
bildwiedergebenden Komponente entschlüsselt und Aufnahmegeräte wie ein
Festplattenrekorder verfügen bis zum heutigen Tage nicht über einen entsprechenden
HDCP-Entschlüsselungsalgorithmus.
Nebenbei: Wer jetzt denkt, dass er sein Gerät modifizieren kann: Dies wird seit Anfang
2003 unter Strafe gestellt!

Jedoch hat Pioneer im September 2009 auf der Fachmesse CEDIA einen ersten Blu-Ray-
Player vorgestellt, der die Funktion "Managed Copy" enthält. Damit können zumindest
legale Kopien einer Blu-Ray-Disk erstellt werden. Neu ist die Idee der Funktion jedoch
nicht, denn sie ist bereits seit 2006 Bestandteil des Kopierschutzes AACS. Im Musterbeispiel
konnte eine eingelegte Blu-Ray-Disk mit maximal vier-facher Geschwindigkeit inklusive
Menüs und Extras auf eine 1 Terabyte große Festplatte kopiert werden. Der Beispielfilm
"Bold" wurde demnach in knapp 20 Minuten kopiert. In der Präsentation ist auch
deutlich zu sehen, dass nicht jede Blu-ray Disc kopierbar sein wird. Vielmehr nimmt der
Pioneer-Player zunächst über seine Breitbandanbindung ans Internet Kontakt zum Server
des betreffenden Studios auf, um nachzufragen, ob von dem Film eine Managed Copy
angefertigt werden darf. In dem Video ist zudem zu sehen, dass die Kopie in dem Beispiel
nur gegen Zahlung eines Geldbetrags erlaubt ist. Darüber, wie viel eine Kopie letztlich
kosten wird, macht Pioneer keine Angaben. Der kopierte Film lässt sich anschließend in
HD-Qualität von der Festplatte abspielen, ohne dass die Quelldisc eingelegt sein muss.
Unklar ist bislang noch, ob der Player, der den Streaming-Standard DLNA unterstützt,
diese Inhalte auch an Clients im lokalen Netzwerk schicken kann. 

Wie bei Software gibt es auch bei HDMI immer wieder neue Versionen, einen kurzen überblick
soll folgende Tabelle verschaffen:

Spezifikationen HDMI

 

Und anschließend noch eine Steckerbelegung:

 

Steckerbelegung HDMI

 

Pin1: TMDS Data2+
Pin2: TMDS Data2 Shield
Pin3: TMDS Data2-
Pin4: TMDS Data1+
Pin5: TMDS Data1 Shield
Pin6: TMDS Data1-
Pin7: TMDS Data0+
Pin8: TMDS Data0 Shield
Pin9: TMDS Data0-
Pin10: TMDS Clock+
Pin11: TMDS Clock Shield
Pin12: TMDS Clock-
Pin13: CEC
Pin14: Reserved
Pin15: SCL
Pin16: SDA
Pin17: DDC/CEC Masse
Pin18: +5 Volt Versorgungsspannung
Pin19: Hot plug Detact

News-Ticker

Neue Logos für HDMI ab dem 01.01.2012

Ab dem 01.01.2012 dürfen Hersteller von HDMI-Produkten nur noch mit den neuen, von
der HDMI Licensing LLC festgelegten Logos werben. Mit dieser Maßnahme will die
Organisation mehr Klarheit schaffen, da sich mit der Einführung von HDMI 1.4 mittlerweile
fünf unterschiedliche HDMI-Kabeltypen auf dem Markt befinden. Entsprechende Kabel und
Geräte werben mit den Versionsnummern wie HDMI 1.3, 1.3a oder neuerdings 1.4, was
für die meisten Kunden wenig Aussagekraft hat und dazu führt, sich erst umständlich
über die Funktionen der HDMI-Versionen informieren zu müssen.

Die HDMI Licensing LLC hat die HDMI-Kabel nun in fünf Kategorien eingeteilt, die
entsprechenden Logos weisen auf die unterschiedlichen Funktionen hin: Neben dem
"Standard HDMI Cable" gibt es die Variante mit Ethernet "Standard HDMI Cable with
Ethernet". Für den Einbau in Fahrzeugen eignet sich das "Standard Automotive HDMI
Cable". Die Typen "High Speed HDMI Cable" und "High Speed HDMI Cable with Ethernet"
unterstützen die ab der HDMI-Spezifikation 1.4 eingeführten höheren Datenraten.

Die neuen Logos dazu sehen wie folgt aus:

Neue Logos ab 2012



 



 

 

 

 

 

Februar 2010
Die HDMI Licensing LLC teilte am 06.02.2010 mit, dass bereits die HDMI-Version
1.4a in Arbeit sei, obwohl die Grundversion 1.4 zur Zeit kaum produktiv genutzt
wird. Hintergrund dieser Ankündigung war ein Treffen des Konsortiums, in dem
Industrievertreter Nachbesserungen gefordert hatten.
Den Angaben der HDMI Licensing LLC zufolge soll die Spezifikation insoweit angepasst
werden, dass auch bereits erhältliche 3D-TV-Receiver offiziell dem Standard
entsprechen, selbst wenn diese nur eines der optionalen 3D-Übertragungsverfahren
unterstützen. Weitere Details wurden nicht genannt. Die überarbeitete
Spezifikation HDMI 1.4a soll in Kürze fertig gestellt werden.

Darüber hinaus hat das HDMI-Konsortium den Teil der HDMI-1.4-Spezifikation
veröffentlicht, der sich auf stereoskopische Bilder bezieht. Darin wird unter
anderem das "Frame Packing"-Verfahren beschrieben, das zeigt, wie die Bilder
für beide Augen zusammen in einem Frame übertragen werden. Demnach befindet
sich das Bild für das linke Auge im oberen Teil des Frames und das rechte im
unteren. So entsteht ein 3D-Bild mit einer Gesamtauflösung von 1.920 x 2.205
Pixel, das zwei Bilder mit jeweils 1.920 x 1.080 Pixel enthält, die durch einen
Leerraum von 45 Zeilen voneinander getrennt sind.

HDMI Licensing LLC-Chef Steve Venuti erklärte, dass sich das Konsortium der
Bedeutung von einheitlichen 3D-Formaten für Filme, Spiele und TV-Inhalte bewusst
sei. Man habe die Spezifikationen veröffentlicht, damit auch Unternehmen
Zugriff darauf haben, die nicht am HDMI Adopter Agreement teilnehmen. "Die
Einführung von 3D auf dem Massenmarkt gewinnt an Fahrt und HDMI ist bereit,
diese bedeutende Marktentwicklung zu unterstützen", so Venuti.