Blu-Ray - Alles über das "Blaue Wunder"
Zu Beginn des Jahres 2002 war es nur eine Vision. Eine Vision von einem neuen Medium,
das der DVD weit überlegen sein sollte.
Der Name Blu-Ray stammt vom korrekterem Blu(e)-Ray ab, weil es wörtlich soviel wie
"Blauer Lichtstrahl" bedeutet, was sich auf den verwendeten violetten Laser (405 nm) bezieht.
Die Abweichung von der korrekten Schreibweise zielt darauf ab, eine Registrierung des Ausdrucks
als Marke zu begünstigen.
Die "Blu-Ray- Disc Founders", eine Gruppe von Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik und
Computerbranche, entwickelten 2002 das Blu-Ray-Format. 2004 benannten sie sich in die
"Blu-Ray Disc Association" (BDA) um, um weitere Unternehmen in ihrer Gruppe aufnehmen zu können.
Der Konkurrenz-Kampf
Zwei optische Medien traten ab 2005 in den harten Konkurrenzkampf. Seit Anfang 2008, genauer gesagt
seit der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz von Toshiba am 19.02.2008 steht der Nachfolger der
DVD nun fest, es ist die Blu-Ray!
Toshiba entschied sich auf o. g. Pressekonferenz dazu, keine HD-DVD-Player, - Recorder- und PC-Laufwerke
mehr zu entwickeln, herzustellen oder zu vermarkten.
Wieso verschwand die HD-DVD so schnell vom Markt?
Im Januar 2008 entschied sich eines der größten Hollywood-Filmstudios – Warner Bros. – endgültig dafür,
zukünftige Spielfilme in hochauflösender Qualität nur noch auf der Blu-Ray-Disk zu verkaufen. Damit war klar,
dass die große Mehrheit aller US-Spielfilme nicht auf der HD-DVD erscheinen würde. Circa einen Monat später
kam die nächste Schlagzeile: Riesige Video-Stores, wie z. B. Netflix, sowie die weltgrößte Handelskette Wal-Mart
kündigten an, HD-DVDs kurzfristig komplett aus ihrem Sortiment zu nehmen.
Für einige Verbraucher sorgten diese Meldungen für zweigeteilte Launen:
Die Einen sind glücklich darüber, dass der Formatstreit nun endlich durch die Industrie selbst beendet wurde,
oder haben sich zuvor bereits einen Blu-Ray-Player zugelegt.
Die Anderen (laut Toshiba etwa eine Million) Verbraucher, die sich einen HD-DVD-Player zugelegt haben, werden
nur damit getröstet, dass Toshiba ihnen vollen Support und Service für diese Produkte bietet.
Was spricht für bzw. gegen Blu-Ray?
Im Gegensatz zur DVD bietet Blu-Ray eine weitaus höhere Speicherkapazität, die es z. B. Spielfilmen ermöglicht,
Bild und Ton hochauflösend wiederzugeben. 50 Gigabyte stehen dafür zur Verfügung, mit positiven Resultaten: Das
Videosignal kann mit einer Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln und einer Bandbreite von 36 MBit/s dargestellt
werden. Natürlich können Sie auf einer Blu-Ray Disc auch Ihre persönliche MP3-Sammlung, die gut und gerne über 10.000
Lieder umfassen darf, unterbringen. Schaut man sich dazu einmal die Werte der DVD an (720 x 576 Pixeln,
4,7 GB Speicherkapazität im Single-Layer und eine Bandbreite von 10 Mbit/s), erkennt man sofort den gigantischen
Unterschied. Des Weiteren soll die neue Phase-Change-Technik eine doppelt so hohe Datentransferrate von 72 Mbit/s
beim Beschreiben statt der ursprünglich spezifizierten 36 Mbit/s ermöglichen. Diese hohe Datentransferrate sorgt
dafür, dass die Daten auf Blu-Ray-Medien etwa viermal so schnell wie bei einer DVD gleicher Rotationsgeschwindigkeit
gelesen werden. Laufwerke für den Einsatz in Playern werden mit dieser Geschwindigkeit betrieben, aktuell gibt es
aber schon 6x-Laufwerke (216 Mbit/s).
Dank der hohen Speicherkapazität wurden neue Tonformate, speziell für hochauflösendes Material entwickelt, die einen
verlustfreien Originalsound garantieren.
Um sie beim Namen zu nennen: Dolby-True-HD und DTS-HD Master Audio (mehr dazu im HiFi-Wissen).
Weitere neue Funktionen wären u. a. Bild-In-Bild, Internetanbindung oder bessere, interaktive Menüs, dessen
Anwendungsschicht unter dem Namen BD-J bekannt ist.
Außerdem besteht die Möglichkeit, via Plug&Play Blu-Ray-Player als Schaltzentrale zwischen Computer und Fernseher zu
schalten, sodass Sie bequem mittels Fernbedienung in anschaulichen Menüs Ihre alten Fotos oder Videos ansehen können.




Der einzige, wirkliche Nachteil von Blu-Ray ist: Wer in den Genuss von hochauflösendem Material kommen will, braucht
neben einem Blu-Ray-Spielfilm-, sowie Player auch noch einen neuen Flachbildfernseher, der mit mindestens einem HDMI-
Eingang ausgestattet sein muss, um die kopiergeschützten Filme wiedergeben zu können. (Einkaufsberater Flachbildfernseher)
Gleiches gilt für den PC: Neben einem Monitor, der über einen HDMI- bzw. DVI-Anschluss verfügt, der das Verschlüsselungssystem
HDCP beherrscht, sollte dessen Display mindestens 24 Zoll messen. Außerdem benötigen Sie eine Grafikkarte mit HDCP-Unterstützung.
Auf welche Preise muss ich mich einstellen?
Da die Blu-Ray-Geräte- und Medien noch einigermaßen neu am Markt sind, sind die Preise auch dementsprechend noch höher,
als die von DVD-Playern- oder Filmen.
Blu-Ray-Einsteigergeräte, wie sie beispielsweise von Samsung oder Sony angeboten werden, gibt es bereits ab ca. 330 Euro
(Stand Mai 2008). Jedoch können Sie, wie bei jedem anderen Gerät auch, diesen preislichen Rahmen weit aus übersteigen.
Spitzengeräte können dabei locker die 1000-Euro-Grenze überschreiten!
Ein häufig sehr unterschätztes Abspielgerät für Blu-Ray-Medien ist jedoch die PlayStation 3. Sie ist bereits in fast
300.000 deutschen Haushalten zu finden und eigentlich nur als Spielekonsole für die Kinder gedacht. Doch aufgrund der
enormen Nutzerzahl erweitert Sony seine PlayStation 3 immer weiter per Firmware-Update um neue Funktionen, somit ist
sie auch in der Lage, Blu-Ray-Filme abzuspielen. Allerdings hat sie auch zwei kleine Nachteile: Der Stromverbrauch
liegt mit 200 Watt im hohen Bereich und das Gerät ist mit einer Lautstärke von 2,0 Sone schlecht zu überhören.
Blu-Ray-Filme gibt es bereits bei Neuerscheinungen in einem Preissegment zwischen 25 und 30 Euro. Vergleicht man dies
mit einem Preis für DVDs bei Neuerscheinungen, die zwischen 15 und 20 Euro liegen, ist die Differenz nicht allzu groß.
Welches Medium soll ich in naher Zukunft kaufen: DVD oder Blu-Ray?
Tendenziell kann man sagen: DVD! Statistisch gesehen stehen aktuell gut 100.000 DVDs 700 Blu-Ray-Filmen gegenüber.
Außerdem ist die Bild- und Tonqualität von neuen DVDs sehr hoch, sodass sich nur im direkten Vergleich auf einem
großen Flachbildfernseher mit den HD-Medien ein Unterschied erkennen ließe.
Weiterhin sind alle Blu-Ray-Player abwärtskompatibel. Somit können Sie problemlos DVDs auf Ihrem Blu-Ray-Player abspielen.
Das neuere Gerät wird diese in der „alten“ DVD-Auflösung (PAL/Standard Definition) ohne großen Qualitätsunterschied auf
Ihrem Flachbildfernseher darstellen (Upscaling). Sie benötigen nicht einmal einen (neuen) HD-Fernseher, denn die Blu-Ray-Player erlauben
es, das hochauflösende Material auch auf Standardfernsehern abzuspielen.
Haben Sie jedoch schon die passende Hardware zu Hause, greifen Sie ruhig zu den Blu-Ray-Medien, welche den Aufpreis durch
die zusätzlichen Features und Qualitäten rechtfertigt.
Besitzt Blu-Ray einen Kopierschutz?
Die Antwort ist "ja", sogar mehrere!
AACS (Advanced Access Content System), der Region Code und BD+ sind die drei Arten von Kopierschutz auf einem Blu-Ray-Medium.
Aber wie bei jedem Kopierschutz sind auch diese Drei schon halb geknackt.
Für AACS kursieren im Internet bereits ständig aktualisierte Hackertools. Diese Software kann Blu-Ray-Filme z. B. problemlos
auf die Festplatte rippen – illegal!
Auch mit dem Regionalcode kommt diese Software fast immer zurecht; diesen gibt es genau so wie bei der DVD. Er soll
verhindern, dass in den USA erworbene Filme auf europäischen Abspielgeräten wiedergegeben werden können.
Folgende Regionalcodes gibt es:
- A/1: Amerika, Japan, Korea, Taiwan, Hongkong, Südostasien
- B/2: Europa, Grönland, französische Überseegebiete, Naher Osten, Afrika, Ozeanien
- C/3: Indien, Nepal, China, Russland, Zentral- und Südasien.
Der dritte Kopierschutz, BD+, ist bislang noch nicht geknackt. Er sorgt allerdings nur dafür, dass die Filme nicht
in ein anderes Videoformat recodiert werden können.
Das "stört" aber nur noch so lange, wie BD-Rohlinge noch so teuer sind, dass sich Blu-Ray-Kopien nicht rentieren …
Sollte in diesem Falle aber, ähnlich wie bei der DVD, eine Raubkopierflut starten, haben sich die Hersteller ein
Hintertürchen offen gelassen: Unter Umständen können dann Player, auf denen Raubkopien laufen per Internet oder spezielle
"Blacklists" mit „unzulässigen“ Geräten auf den neuen Blu-Ray-Medien gesperrt werden.
Ob, und wann diese Variante jemals eingesetzt wird, ist unklar, bislang wurde sie es noch nicht. Würde man es dennoch machen,
wäre das Image der Blu-Ray arg geschädigt.
Welche Anforderungen muss mein Abspielgerät mindestens erfüllen?
Die Blu-Ray-Spezifikationen enthalten Anforderungen an Abspielgeräte, die in sog. Profile zusammengefasst sind.
- Profil 1.0: Ursprüngliches Profil bei der Vorstellung von Blu-Ray. Sekundäre Audio- und Video-Dekoder sind optional, ebenso lokaler Festspeicher und Netzwerkanbindung
- Profil 1.1: Neueres Profil mit notwendigen sekundären Audio-und Video-Dekodern für Bild-In-Bild, mindestens 256 MiB lokaler Festspeicher erforderlich
- Profil 2.0: Aktuellstes Profil (Stand Mai 2008). Erfordert mindestens zwei sekundäre Dekoder, 1 GiB lokalen Festspeicher für Updates und Inhalte sowie Internetanbindung
Welche Film-Studios veröffentlichen ihre HD-Filme auf Blu-Ray?
Zu diesen Studios gehören 20th Century Fox, Constantin Film, Magmafilm, Metro-Goldwyn-Mayer, Sony Pictures Entertainment,
Paramount, Universal Studios, Walt Disney Company sowie Warner Bros.
Wie sieht es mit Blu-Ray-Rohlingen für den PC aus?
Blu-Ray-Disks gibt es in drei Varianten:
- Als nur lesbare Disk (BD-ROM, vergleichbar mit DVD-ROM)
- Als einmal beschreibbare Disk (BD-R, vergleichbar mit DVD-R)
- Als wiederbeschreibbare Disk (BD+/- RW, vergleichbar mit DVD +/- RW)
Der Preis hierzu (Stand Mai 2008):
- BD-R 25 GB: ca. 8 Euro
- BD-R 50 GB: ca. 23 Euro
- BD-RE 25 GB: ca. 11 Euro
- BD-RE 50 GB: ca. 24 Euro
Reine Blu-Ray-Leselaufwerke gibt es schon für knapp über 100 Euro. Blu-Ray-Brenner kosten 250 Euro aufwärts und können in
wohl allen Fällen auch CDs und DVDs beschreiben.
Kompakt-Übersicht zur Blu-Ray
- Typ: Optisches Speichermedium
- Speicherkapazität: 25 GB Single-Layer, 50 GB Double-Layer
- Lesegeschwindigkeit: 1x@36 Mbit/s
- Verwendungszweck: Datenspeicher, Medium für hochauflösendes Material
- Encoder: MPEG-2, H.264, VC-1
- Entwickler: Blu-Ray Disc Association (2002)
- Lesemethode: CLV
- Laser-Wellenlänge: 405 nm
- Numer. Apertur: 0,85
- Linsenabstand: 0,14 mm bis 0,50 mm
- Dicke: 1,2 mm
- Schichtdicke: 0,1 mm Single-Layer / 0,075 mm Double-Layer