Blu-Ray - Alles über das "Blaue Wunder"
Artikelupdate: 30.09.2009
Zu Beginn des Jahres 2002 war es nur eine Vision. Eine Vision von einem neuen Medium,
das der DVD weit überlegen sein sollte.
Der Name Blu-Ray stammt vom korrekterem Blu(e)-Ray ab, weil es wörtlich soviel wie
"Blauer Lichtstrahl" bedeutet, was sich auf den verwendeten violetten Laser (405 nm) bezieht.
Die Abweichung von der korrekten Schreibweise zielt darauf ab, eine Registrierung des Ausdrucks
als Marke zu begünstigen.
Die "Blu-Ray- Disc Founders", eine Gruppe von Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik und
Computerbranche, entwickelten 2002 das Blu-Ray-Format. 2004 benannten sie sich in die
"Blu-Ray Disc Association" (BDA) um, um weitere Unternehmen in ihrer Gruppe aufnehmen zu können.
Der Konkurrenz-Kampf
Zwei optische Medien traten ab 2005 in den harten Konkurrenzkampf. Seit Anfang 2008, genauer gesagt
seit der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz von Toshiba am 19.02.2008 steht der Nachfolger der
DVD nun fest, es ist die Blu-Ray!
Toshiba entschied sich auf o. g. Pressekonferenz dazu, keine HD-DVD-Player, - Recorder- und PC-Laufwerke
mehr zu entwickeln, herzustellen oder zu vermarkten.
Wieso verschwand die HD-DVD so schnell vom Markt?
Im Januar 2008 entschied sich eines der größten Hollywood-Filmstudios
"Warner Bros." endgültig dafür,
zukünftige Spielfilme in hochauflösender Qualität nur noch auf der Blu-Ray-Disk zu verkaufen. Damit war klar,
dass die große Mehrheit aller US-Spielfilme nicht auf der HD-DVD erscheinen würde. Circa einen Monat später
kam die nächste Schlagzeile: Riesige Video-Stores, wie z. B. Netflix, sowie die weltgrößte Handelskette Wal-Mart
kündigten an, HD-DVDs kurzfristig komplett aus ihrem Sortiment zu nehmen.
Für einige Verbraucher sorgten diese Meldungen für zweigeteilte Launen:
Die Einen sind glücklich darüber, dass der Formatstreit nun endlich durch die Industrie selbst beendet wurde,
oder haben sich zuvor bereits einen Blu-Ray-Player zugelegt.
Die Anderen (laut Toshiba etwa eine Million) Verbraucher, die sich einen HD-DVD-Player zugelegt haben, werden
nur damit getröstet, dass Toshiba ihnen vollen Support und Service für diese Produkte bietet.
Was spricht für bzw. gegen Blu-Ray?
Im Gegensatz zur DVD bietet Blu-Ray eine weitaus höhere Speicherkapazität, die es z. B. Spielfilmen ermöglicht,
Bild und Ton hochauflösend wiederzugeben. 50 Gigabyte
(zukünftig eventuell schon 66,8 GB) stehen dafür zur Verfügung, mit positiven Resultaten: Das
Videosignal kann mit einer Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln und einer Bandbreite von 36 MBit/s dargestellt
werden. Natürlich können Sie auf einer Blu-Ray Disc auch Ihre persönliche MP3-Sammlung, die gut und gerne über 10.000
Lieder umfassen darf, unterbringen. Schaut man sich dazu einmal die Werte der DVD an (720 x 576 Pixeln,
4,7 GB Speicherkapazität im Single-Layer und eine Bandbreite von 10 Mbit/s), erkennt man sofort den gigantischen
Unterschied. Des Weiteren soll die neue Phase-Change-Technik eine doppelt so hohe Datentransferrate von 72 Mbit/s
beim Beschreiben statt der ursprünglich spezifizierten 36 Mbit/s ermöglichen. Diese hohe Datentransferrate sorgt
dafür, dass die Daten auf Blu-Ray-Medien etwa viermal so schnell wie bei einer DVD gleicher Rotationsgeschwindigkeit
gelesen werden. Laufwerke für den Einsatz in Playern werden mit dieser Geschwindigkeit betrieben, aktuell gibt es
aber schon 6x-Laufwerke (216 Mbit/s).
Dank der hohen Speicherkapazität wurden neue Tonformate, speziell für hochauflösendes Material entwickelt, die einen
verlustfreien Originalsound garantieren.
Um sie beim Namen zu nennen: Dolby-True-HD und DTS-HD Master Audio (mehr dazu im HiFi-Wissen).
Weitere neue Funktionen wären u. a. Bild-In-Bild, Internetanbindung oder bessere, interaktive Menüs, dessen
Anwendungsschicht unter dem Namen BD-J bekannt ist.
Außerdem besteht die Möglichkeit, via Plug&Play Blu-Ray-Player als Schaltzentrale zwischen Computer und Fernseher zu
schalten, sodass Sie bequem mittels Fernbedienung in anschaulichen Menüs Ihre alten Fotos oder Videos ansehen können.
Der einzige, wirkliche Nachteil von Blu-Ray ist: Wer in den Genuss von hochauflösendem Material kommen will, braucht
neben einem Blu-Ray-Spielfilm-, sowie Player auch noch einen neuen Flachbildfernseher, der mit mindestens einem HDMI-
Eingang ausgestattet sein muss, um die kopiergeschützten Filme wiedergeben zu können. (Einkaufsberater Flachbildfernseher)
Gleiches gilt für den PC: Neben einem Monitor, der über einen HDMI- bzw. DVI-Anschluss verfügt, der das Verschlüsselungssystem
HDCP beherrscht, sollte dessen Display mindestens 24 Zoll messen. Außerdem benötigen Sie eine Grafikkarte mit HDCP-Unterstützung.
Auf welche Preise muss ich mich einstellen?
Da die Blu-Ray-Geräte- und Medien noch einigermaßen neu am Markt sind, sind die Preise auch dementsprechend noch höher,
als die von DVD-Playern- oder Filmen.
Blu-Ray-Einsteigergeräte gibt es bereits ab ca. 160 Euro
(Stand September 2009). Jedoch können Sie, wie bei jedem anderen Gerät auch, diesen preislichen Rahmen weit aus übersteigen.
Spitzengeräte können dabei locker die 1000-Euro-Grenze überschreiten!
Ein häufig sehr unterschätztes Abspielgerät für Blu-Ray-Medien ist jedoch die PlayStation 3. Sie ist bereits in fast
300.000 deutschen Haushalten zu finden und eigentlich nur als Spielekonsole für die Kinder gedacht. Doch aufgrund der
enormen Nutzerzahl erweitert Sony seine PlayStation 3 immer weiter per Firmware-Update um neue Funktionen, somit ist
sie auch in der Lage, Blu-Ray-Filme abzuspielen. Allerdings hat sie auch zwei kleine Nachteile: Der Stromverbrauch
liegt mit 200 Watt im hohen Bereich und das Gerät ist mit einer Lautstärke von 2,0 Sone schlecht zu überhören.
Blu-Ray-Filme gibt es bereits bei Neuerscheinungen in einem Preissegment zwischen 20
und 28 Euro. Ältere Filme, sprich bspw. vor 2008, sind
bereits für 10 - 15 Euro erhältlich. Vergleicht man dies
mit einem Preis für DVDs bei Neuerscheinungen, die zwischen 15 und 20 Euro liegen, ist die Differenz nicht allzu groß.
Welches Medium soll ich in naher Zukunft kaufen: DVD oder Blu-Ray?
Tendenziell kann man sagen: Blu-Ray! Statistisch gesehen stehen
zwar aktuell gut 100.000 DVDs 700 Blu-Ray-Filmen gegenüber
(Stand März 2008), jedoch liegen die Vorteile (Bild und Ton)
von Blu-Ray-Disk klar auf der Hand.
Weiterhin sind alle Blu-Ray-Player abwärtskompatibel. Somit können Sie problemlos DVDs auf Ihrem Blu-Ray-Player abspielen.
Das neuere Gerät wird diese in der "alten" DVD-Auflösung
(PAL/Standard Definition) auf Ihrem Flachbildfernseher
darstellen (Upscaling). Das Material kann mittlerweile auf
bis zu 1080i heraufskaliert werden. Selbstverständlich kommt
eine von 576p auf 1080i herausskalierte (d. h. die
Elektronik des Players rechnet die fehlenden Zeilen dazu)
DVD nicht an die Qualität einer Blu-Ray heran, jedoch gibt
es auch einige "schlechte" Blu-Rays, z. B. ältere Filme, die
man technisch kaum noch hochrechnen kann, wo man die
Qualität mit einer DVD gleichsetzen kann.
Haben Sie jedoch schon die passende Hardware zu Hause, greifen Sie ruhig zu den Blu-Ray-Medien, welche den Aufpreis durch
die zusätzlichen Features und Qualitäten rechtfertigt.
Besitzt Blu-Ray einen Kopierschutz?
Die Antwort ist "ja", sogar mehrere!
AACS (Advanced Access Content System), der Region Code und BD+ sind die drei Arten von Kopierschutz auf einem Blu-Ray-Medium.
Aber wie bei jedem Kopierschutz sind auch diese Drei schon halb geknackt.
Für AACS kursieren im Internet bereits ständig aktualisierte Hackertools. Diese Software kann Blu-Ray-Filme z. B. problemlos
auf die Festplatte rippen - illegal!
Auch mit dem Regionalcode kommt diese Software fast immer zurecht; diesen gibt es genau so wie bei der DVD. Er soll
verhindern, dass in den USA erworbene Filme auf europäischen Abspielgeräten wiedergegeben werden können.
Folgende Regionalcodes gibt es:
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A/1: Amerika, Japan, Korea, Taiwan, Hongkong, Südostasien
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B/2: Europa, Grönland, französische Überseegebiete, Naher Osten, Afrika, Ozeanien
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C/3: Indien, Nepal, China, Russland, Zentral- und Südasien.
Der dritte Kopierschutz, BD+, wurde im November 2008 geknackt. Er sorgt allerdings nur dafür, dass die Filme nicht
in ein anderes Videoformat recodiert werden können.
Das "stört" aber nur noch so lange, wie BD-Rohlinge noch so teuer sind, dass sich Blu-Ray-Kopien nicht rentieren
-
Sollte in diesem Falle aber, ähnlich wie bei der DVD, eine Raubkopierflut starten, haben sich die Hersteller ein
Hintertürchen offen gelassen: Unter Umständen können dann Player, auf denen Raubkopien laufen per Internet oder spezielle
"Blacklists" mit - unzulässigen - Geräten auf den neuen Blu-Ray-Medien gesperrt werden.
Ob, und wann diese Variante jemals eingesetzt wird, ist unklar, bislang wurde sie es noch nicht. Würde man es dennoch machen,
wäre das Image der Blu-Ray arg geschädigt.
Welche Anforderungen muss mein Abspielgerät mindestens erfüllen?
Die Blu-Ray-Spezifikationen enthalten Anforderungen an Abspielgeräte, die in sog. Profile zusammengefasst sind.
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Profil 1.0: Ursprüngliches Profil bei der Vorstellung von Blu-Ray. Sekundäre Audio- und Video-Dekoder sind optional, ebenso lokaler Festspeicher und Netzwerkanbindung
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Profil 1.1: Neueres Profil mit notwendigen sekundären Audio-und Video-Dekodern für Bild-In-Bild, mindestens 256 MiB lokaler Festspeicher erforderlich
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Profil 2.0: Aktuellstes Profil (Stand Mai 2008). Erfordert mindestens zwei sekundäre Dekoder, 1 GiB lokalen Festspeicher für Updates und Inhalte sowie Internetanbindung
Welche Film-Studios veröffentlichen ihre HD-Filme auf Blu-Ray?
Zu diesen Studios gehören 20th Century Fox, Constantin Film, Magmafilm, Metro-Goldwyn-Mayer, Sony Pictures
Home Entertainment, Paramount, Universal Studios, Walt Disney Company sowie Warner Bros.
Wie sieht es mit Blu-Ray-Rohlingen für den PC aus?
Blu-Ray-Disks gibt es in drei Varianten:
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Als nur lesbare Disk (BD-ROM, vergleichbar mit DVD-ROM)
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Als einmal beschreibbare Disk (BD-R, vergleichbar mit DVD-R)
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Als wiederbeschreibbare Disk (BD+/- RW, vergleichbar mit DVD +/- RW)
Der Preis hierzu (Stand September 2009):
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BD-R 25 GB: ca. 2 Euro
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BD-R 50 GB: ca. 7 Euro
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BD-RE 25 GB: ca. 6 Euro
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BD-RE 50 GB: ca. 15 Euro
Reine Blu-Ray-Leselaufwerke gibt es schon für knapp 70 Euro. Blu-Ray-Brenner kosten
180 Euro aufwärts und können in
wohl allen Fällen auch CDs und DVDs beschreiben.
Kompakt-Übersicht zur Blu-Ray
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Typ: Optisches Speichermedium
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Speicherkapazität: 25 GB Single-Layer, 50 GB Double-Layer
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Lesegeschwindigkeit: 1x@36 Mbit/s
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Verwendungszweck: Datenspeicher, Medium für hochauflösendes Material
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Encoder: MPEG-2, H.264, VC-1
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Entwickler: Blu-Ray Disc Association (2002)
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Lesemethode: CLV
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Laser-Wellenlänge: 405 nm
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Numer. Apertur: 0,85
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Linsenabstand: 0,14 mm bis 0,50 mm
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Dicke: 1,2 mm
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Schichtdicke: 0,1 mm Single-Layer / 0,075 mm Double-Layer
Blu-Ray News-Ticker
Februar 2009
Vier Jahre nach der Grundfassung 0.9 des Kopierschutzes AACS
hat die zuständige License Administration (AACS LA) die
finale Fassung des Kopierschutzes vorgestellt. Diese
beinhaltet eine wichtige Änderung. Auf Drängen der
Filmindustrie hin, wird das „analoge Loch“ gestopft werden,
das gerne für analoge Kopien einer Blu-Ray-Disk o. ä.
genutzt werden kann, bspw. mit dem Programm Hauppauge HD-PVR.
Das heißt im Klartext, dass Blu-Ray-Player, die ab dem
01.01.2014 auf den Markt kommen, keinen analogen
Videoausgang mehr haben dürfen. Bereits ab 2011 soll keine
analoge Bildausgabe über HDTV mehr erfolgen. Zu dem
Zeitpunkt neu hergestellte Player können Blu-Ray-Videos dann
analog nur noch auf 480i bzw. 576i herunterskaliert
wiedergeben. Für sich bereits auf den Markt befindende
Geräte soll laut Vorgabe eine Herstellungs- und
Verkaufsfrist bis zum 31.12.2011 gelten.
September 2009
Auf der IFA 2009 hat Panasonic zwei Blu-Ray
Festplatten-Rekorder, den DMR-BS850 sowie den DMR-BS750,
vorgestellt. Beide Geräte verfügen neben einer Festplatte ab
250 GB aufwärts auch über einen Twin-Tuner für den
Satellitenempfang, der die zeitgleiche Aufnahme von zwei (HD-)TV
Sendungen ermöglicht. Von der Festplatte aus kann die
Aufnahme dann mit 43-facher Geschwindigkeit auf ein
optisches Speichermedium gebrannt werden. Für Pay-TV stehen
zwei CI-Slots zur Verfügung. Videofilme (AVCHD, MPEG2) und
Fotos (JPEG) können über den SD-Kartenslot wiedergegeben und
auf die Festplatte oder eine Blu-Ray-Disk / DVD kopiert
werden. Diese Inhalte und zusätzlich auch MP3-Musikstücke
können auch über den USB-Port übertragen werden. Über das
Netzwerk stehen neben BD-Live via Viera Cast auch YouTube,
Google Picasa und das Tagesschau-Angebot der ARD zur
Verfügung. Weiterhin gibt es eine Jukebox-Funktion mit
CD-Import, die integrierte Gracenote-Datenbank liefert
Titelinformationen.
November 2009
Ab dem 4. Dezember 2009 müssen alle neu
hergestellten Blu-Ray-Discs die Funktion "Managed Copy"
unterstützen, die das Anfertigen von legalen Kopien
ermöglicht. Dies sehen die finalen Bestimmungen des
Blu-Ray-Inhaltsschutzes AACS vor, die im Dezember in Kraft
treten.
Der Blu-ray-Player verbindet sich dabei über einen Link auf
der Blu-Ray-Disc online mit einem Authentifizierungsserver
des jeweiligen Anbieters oder der AACS-LA (Advanced Access
Content System License Administrator). Dieser überprüft, ob
und unter welchen Umständen eine Kopie der Blu-Ray-Disc
gestattet ist. Dabei ist es auch möglich, dass dies nur
gegen eine Gebühr möglich ist. Zu dieser Thematik wurden von
den Studios noch keine konkreten Details genannt. Für den
Verbraucher ändert sich vorerst einmal nichts, da
entsprechende Blu-ray-Player bislang nicht erhältlich sind
oder angekündigt wurden. Anders als die Inhalte-Anbieter
sind die Hardware-Hersteller allerdings derzeit nicht
verpflichtet, das System in ihre Geräte zu integrieren.
Aufgrund des Mangels an entsprechenden Abspielgeräten hat
die AACS-LA bereits die Inhalte-Anbieter bis zum 31. März
2010 von der Verpflichtung befreit, die Funktion auf ihren
Blu-Ray-Discs zu bewerben und durch Kennzeichnung der Hüllen
speziell darauf hinzuweisen. Die ersten
Authentifizierungsserver werden ebenfalls erst für das erste
Halbjahr 2010 erwartet.
Dezember 2009
Die BDA hatte am 17. Dezember 2009
erstmals die Festlegung der offiziellen Spezifikationen für
eine Blu-Ray-Disk im 3D-Format angekündigt. So sollen
jeweils für das linke und rechte Auge die Bilder in 1080p
wiedergegeben werden. Da der volle 3D-Standard erst mit der
HDMI-Version 1.4 unterstützt wird, müssen Anwender mit HDMI
1.3-Komponenten mit einer geringeren Bildauflösung leben.
Gedanken über ein Kapazitätsproblem muss man sich auf jeden
Fall nicht machen. Die Blu-Ray bietet mit ihren 50 GB
genügend Platz für einen kompletten Film in 3D sowie
HD-Tonspuren und Bonusmaterialien, obwohl dadurch aufgrund
der beiden Full-HD-Bilder für jedes Auge ein höheres
Datenvolumen erreicht wird. Selbstverständlich muss der im
Blu-Ray-Player verbaute Chip neben der deutlich erhöhten
Rechenleistung auch erst einmal 3D unterstützen, d. h.
ältere BD-Player spielen auch 3D-BDs ab, jedoch ohne den
eigentlichen 3D-Genuss. Erste 3D-fähige Player wurden
bereits seitens Panasonic und Samsung vorgestellt. Für
Besitzer einer PlayStation 3 ist ein Firmwareupdate geplant,
sodass auch hier 3D BDs wiedergegeben werden können. Jedoch
liegt hier hardwareseitig eine Begrenzung vor, denn die PS3
ist nur mit einer HDMI 1.3-Schnittstelle ausgestattet. Für
die 3D-Wiedergabe auf Blu-Ray-Discs wird der um "Multiview
Video Coding" erweiterte H-264-Video-Codec zum Einsatz
kommen. Bei der Verwendung von MPEG4-MVC werden getrennte
Bilder für das linke und das rechte Auge abgespeichert,
hinzu kommen grafische 3D-Menüs und Untertitel in 3D.
Januar 2010
Laut Berichten der japanischen
Fachzeitschrift "Nikkei" arbeiten die beiden Weltkonzerne
Sony und Panasonic gemeinsam daran, die Speicherkapazität
der Blu-Ray zu erhöhen. So sollen pro Datenschicht anstatt
25 GB sagenhafte 33,4 GB auf eine Disk passen, was bei
Double-Layer-Blu-Rays bedeuten würde, dass das gesamte
Fassungsvermögen auf satte 66,8 GB steigen könnte. Bisher
bekannte Probleme bei solchen Datenmengen wurden demnach
durch eine neu entwickelte Technologie mit dem Kürzel i-MLSE
(Maximum Likelihood Sequence Estimation) gelöst. Dabei
handelt es sich um einem Bewertungsindex, der die Qualität
dieser Blu-Ray Disks korrekt bewerten kann. Das Verfahren
soll kompatibel zu den herkömmlichen Laser-Optiken sein, die
in Blu-Ray Playern eingesetzt werden. Ob aktuell im Umlauf
befindliche Abspielgeräte durch ein Upgrade aufgerüstet
werden können, ließ der Bericht der "Nikkei" offen. Durch
die höhere Speicherkapazität würde es in vielen Fällen
ermöglicht, auf die kostspielige und aufwendige Produktion
von Dual-Layer-Medien zu verzichten, da alle Inhalte auf
einer einzigen Datenschicht Platz fänden, hieß es. Damit die
Blu-Ray mit der erhöhten Speicherkapazität in den Handel
kommen kann, wollen Sony und Panasonic in Kürze die Aufnahme
der Technologie in die offiziellen Spezifikationen des
Branchengremiums Blu-Ray Disc Association (BDA) beantragen.
Da Sony eines der wichtigsten Mitglieder der BDA ist,
dürften die Chancen für den baldigen Einzug von i-MLSE in
den Blu-Ray-Standard gut stehen.