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Die Bilddiagonalen der Flachbildfernseher werden immer größer, doch nicht nur die Fläche
entscheidet über das visuelle Empfinden. Der Detailreichtum von HDTV weckt bei uns den
optischen Qualitätssprung.

Denken wir mal ein paar Jahre zurück. Damals gab es einfach nur Fernsehen – entweder
in dem amerkanisch-japanischen Format "NTSC" oder eben im "PAL"-Format, wie es in
Deutschland und weiteren Ländern der Welt verwendet wird. Doch mit der Einführung
von HDTV&Co. wurde das ABC der Bildauflösungen immer komplexer, sodass man ohne
ausführliche Recherchen bzw. Beratung und einem guten Gedächtnis dem
technologischen Fortschritt kaum noch folgen kann.
Was sich jedoch hinter interlaced, progressive, HD oder SDTV verbirgt, wird hier nun
kompakt für Sie zusammengefasst, damit Sie sich beim nächsten Fernseherkauf nicht
den Ladenhüter andrehen lassen.

Beabsichtigen Sie den Kauf eines Flachbildfernsehers, dann lesen Sie sich den
Einkaufsberater für Flachbildfernseher durch!



Interlace:
Bezeichnet das Zeilensprungverfahren. Es dient zur Verringerung von Flimmern in der
Fernsehtechnik. Dieses Formate wurde bereits in den 1920ger erfunden und wird auch
heute noch – selbst für HD-Aufnahmen – verwendet. Die Funktion beruht darauf, dass
zunächst nur die geraden Zeilen und anschließend die ungeraden Zeilen gesendet
werden. Die beiden Halbbilder werden nacheinander übertragen, so dass dem Auge des
Betrachters 50 Ereignisse pro Sekunde geliefert werden und damit die Flimmerfrequenz
übersprungen wird. Die Zeilen der beiden Halbbilder werden auf einem Röhrenmonitor
ineinander verschachtelt dargestellt, so dass sich mit der Trägheit des Auges und des
Monitors der Eindruck eines vollständigen Fernsehbildes mit allen Zeilen ergibt.

Progressive:
Bezeichnet das Vollbildverfahren. Im Gegensatz zum "Interlace"-Verfahren werden hier
keine Halbbilder, sondern gleich Vollbilder gesendet. Dadurch wirkt das Bild schärfer und
ruhiger, außerdem wird Zeilenflimmern vollständig eliminiert. Fernsehgeräte benötigen für
die übertragung dieses Signals entweder einen analogen VGA- oder YPbPr-Eingang
(Component Video) oder einen digitalen DVI- oder HDMI-Anschluss.

480p:
480p bezeichnet die progressive Variante von NTSC. Progressiv an sich bedeutet, dass
es sich um ein Vollbildverfahren handelt. Hier werden statt 60 Halbbildern 30 Vollbilder
verwendet.

576p:
576p wird bei sog. PAL-Flimmern genutzt. Dabei wird auf 25 Vollbilder bei gleich
bleibender Auflösung umgestellt.

720p:
720p bezeichnet das kleine HDTV-Format (siehe HDTV) und besitzt genau 720 Bildzeilen.
Anders als bei älteren Formaten gibt es bei 720p nur das 16:9-Seitenverhältnis. Damit
liegt auch die Auflösung in der Breite fest (1280 Bildpunkte). Das Format 720p gibt es in
50 Hz oder 60 Hz, Geräte, die mit dem "HD-Ready"-Logo (siehe HD-Ready) versehen
sind, sind in der Lage beide Varianten darzustellen.

1080i:
Dies ist das größte HDTV-Format und gleichzeitig der Standard für "Full-HD"
(Siehe Full-HD). 1080i besitzt eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln im
Zeilensprungverfahren, d. h. es zeigen immer nur die Hälfte der maximal möglichen 1080
Zeilen etwas an, der Rest bleibt dunkel. Die Bildwiederholfrequenzen liegen bei 1080i bei
50 Hz oder 60 Hz, was bedeutet, dass 50 oder 60 Halbbilder pro Sekunde gesendet
werden. Diese Halbbilder werden am Fernseher oder Beamer dann wieder zu einem
Vollbild zusammengesetzt.

1080p:
Diese Bezeichnung steht für die Darstellung von Filmen mit einer Auflösung von
1920 x 1080 Pixeln im Vollbildverfahren, wodurch aufgrund von nicht mehr anfallenden
Konvertierungen seitens des Fernsehers keine Artefakte entstehen und somit die
höchstmögliche Qualität erreicht wird. Auf Blu-Ray Discs werden Filme ebenfalls in
1080p aufgezeichnet, aber mit der vom Kino üblichen Bildwiederholrate von 24 Hz.
Entsprechend dieser Frequenz wird dieser Modus auch als 24p bezeichnet.

NTSC:
NTSC ist das amerikanische Gegenstück zum europäischen PAL. Seine Eigenschaften
sind 525 (davon nur 480 sichtbare) Zeilen und 60 Hz Bildwiederholungsfrequenz.

PAL:
Das Phase-Alternating-Line-Verfahren ist ein Verfahren zur Farbübertragung beim
analogen Fernsehen. Es wurde entwickelt, um die Farbtonfehler im NTSC-Verfahren zu
beheben. Grundlegend für das Verfahren ist der Gedanke, dass zwei
aufeinanderfolgende Bildzeilen mehr Ähnlichkeiten aufweisen sollten als Unterschiede,
weil Bilder aus Flächen bestehen.

4:3:
Dies ist das aktuell noch übliche Bildformat. 4:3 heißt, das Verhältnis von Breite und
Höhe des Bildes ist 4:3.

16:9:
Für ein optimales HD-Erlebnis ist neben vielen Eigenschaften des Fernsehers auch dieses
Bildformat eine Voraussetzung. Mathematisch betrachtet ist das 16:9-Format also
33 % breiter, als das 4:3-Format. 16:9 entspricht dem menschlichen Auge besser, da
es dadurch weniger "wandern" muss und nicht so schnell ermüdet. Beim 16:9–Format
nutzt der Mensch sein peripheres Sehen, d. h., er bekommt außerhalb der Zone, in der
er scharf sieht, auch Dinge mit, die um ihn herum passieren. Das Breitbildformat 16:9
erscheint "weiter" als das herkömmliche, der Zuschauer erfasst viel mehr Details auf
dem Bildschirm, ganz wie auf der Leinwand in einem Kino.