
Weiter gehts mit der nächsten CDBewertung. In
der dunklen Jahreszeit kommt man ja dann schon
öfter mal dazu, sich eine neue CD anzuhören und
diese für Sie zu bewerten.
Dieses Mal geht es um einen Surfer, Filmmacher
und Musiker. Einen Topseller, Weltretter, einen Lebemensch. Ehrlich,
bescheiden, authentisch. Treuer Ehegatte, guter
Freund, begeisterter Familienvater und "ein Typ,
der inzwischen auf die 90 Kilo zugeht und dessen
Haare in den Ohren immer länger werden"
- wie er
gewohnt verschmitzt erklärt: Seit seinem
Auftauchen im globalen Pop Zirkus ist Jack
Johnson ein Garant für Aufrichtigkeit, gute
Gefühle und wunderbar unprätentiöse Hits aus der
akustischen Gitarre.

"En Concert" ist das erste
Live Album von Jack Johnson. Die grundlegende
Idee dafür bekam er von seinem Vater.
Alle Songs wurden während der "Sleep Through The
Static Tour 2008" aufgenommen, welche auf der
ganzen Welt statt gefunden hatte, das Booklet in
der CD hält dafür viele tolle Konzertfotos mit
den Daten bereit: Von Paris, über Honolulu bis
nach Santa Barbara und Barcelona, überall war
Jack mit seiner Band unterwegs. Ergebnis ist
unter anderem diese CD. Zusätzlich gibt es das
Konzert nämlich auch noch auf DVD und Blu Ray!
Bemerkenswert ist allerdings
noch eines: Die Einnahmen aus Tour und der
CD/DVD spendet Jack Johnson an zwei wohltätige
Organisationen auf Hawaii, die sich um die
Umwelt vor Ort und deren Erhalt kümmern.
Fan Geschrei, Jubel und
Applaus. Der klassische Beginn einer
Live Aufzeichnung ist auch bei Jack Johnson
nicht viel anders. Begonnen wird mit den Titel
"Belle / Banana Pancakes", welcher mit 6:18
Minuten auch zugleich der längste Song dieser CD
ist. überraschend ist auch, dass die Aufnahme
einer perfekten Abmischung unterliegt,
denn Jack's voluminöse Stimme kommt hell und
satt herüber und geht nicht unter den vielen
Instrumenten unter. Dieser Zustand hält sich
über die ganze CD. Wobei er mit "Belle" zu Beginn ein
Bonbon für die französische Fangemeinde bietet, leitet
es zugleich die letzten zwei Drittel der Songlänge ein,
dem bekannten "Banana Pancakes" vom Album "In
Between Dreams". Einem fröhlichen Song, bei dem
Jack einen sehr guten Einstand feiert. 9/10
Mit Track Nummer zwei hören
wir nun den ersten Song des aktuellen
Studio Albums "Sleep Through The Static". Es
handelt sich hierbei um die Single Auskopplung
"If I
Had Eyes". Begleitet von Zach Gill am
Piano serviert Jack hier seinen Fans an der
E Gitarre und solider Schlagzeugbegleitung einen
echten Sommerohrwurm, der
jedoch auch im Winter
sehr gute überlebenschancen hat. 9/10
Von der elektrischen Gitarre
nun zum verstärkerlosem Modell. "Do You Remember"
präsentierte Jack Johnson Ende August 2008
seinen Anhängern in Santa Barbara (Kalifornien).
Die Single kommt ebenfalls aus dem Album "In
Between Dreams" und
wird von einem kleinen
Piano Solo unterstützt, welches es zu einem
schönen
Uptempo Song gedeihen lässt. 9,5/10
Weiter gehts mit dem Song zur
Tour. "Sleep Through The Static" aus dem
gleichnamigen Studioalbum aus dem Jahr 2008, mit
dem Jack Johnson die Homogenität seiner Songs
widerlegte. Er hat sich eben weiterentwickelt.
Die ruhigen, intimen Töne sind teilweise ersetzt
worden durch Songs wie diesen, die selbst die
Pfoten des Hundes zum Mitwippen verleiten
dürften. 9/10
Kommen wir nun aber zu Titel
5 von 19. Das ruhige "Flake" aus dem Album "Brushfire
Fairytales" wird durch "Lebo" an der Pedal Steel
Gitarre begleitet und macht es nicht nur dadurch
zu DEM Ohrwurm auf dieser CD, wie ich finde. Das
Zusammenspiel von Gitarre, Schlagzeug, Bass,
Piano und Stimme formen ein echtes Meistwerk.
10/10
Und schon wieder wechseln wir
von einen Ohrwurm auf den anderen. Song Nummer
sechs hört auf den Namen "Bubble Toes / Express
Yourself". Jack singt hier davon, wie er sich in
ein Mädchen verliebt hat. "Bubble Toes" kann man
am Rande erwähnt, für diejenigen die es sich
schon immer gefragt haben, am ehesten mit
"Knubbelzehen" übersetzen. 8,5/10

"Wasting Time" wird wie
gewohnt von ein paar Bass sowie E Gitarren Rhythmen
des Band Kollegen "Merlo" eingeleitet.
Anschließend beginnt Jack diesen schon in den
Reggae Bereich hereinragenden fünf Minuten
langen Song und es heißt zurücklehnen und
genießen! 9/10
Weiter geht es mit "What You
Thought You Need", ebenfalls vom aktuellen
Studioalbum. Jack untermauert gleich zu Beginn
seine herausragende Stimme mit der Gitarre,
bevor nach 45 Sekunden das Schlagzeug dazu
begleitend einsetzt. Ruhig lässt Jack das Lied
ausklingen, erneuter Jubel ist zu hören und es
geht weiter mit Titel Nummer Neun. 8/10
Sagt Ihnen der Name Paula Fuga etwas? Mir war er
zumindest bis zu dem Song "Country Road"
unbekannt. Doch nun sollte man sich diesen gut
einprägen, denn was Paula Fuga zusammen mit Jack
Johnson (oder auch in ihren Solos) vor dem
Mikrofon leistet ist schon mehr als der Rede
wert. Einige Pfeif Solos (der Künstler
natürlich) zur Melodie sind
natürlich auch vorhanden, doch insgesamt wird
uns hier ein perfektes Duett serviert. 9/10

Nummerierungstechnisch leitet
die eher jazzige Version von "Staple It Together" den zweistelligen Bereich
ein. Aufgenommen am 30.08.2008 in San Diego
(Kalifornien) beinhaltet es auch ein schönes
Drum Solo von Band Kollegen Adam Topol sowie ein
weiteres Solo von Zach Gill am Piano.
Schließlich soll ja jeder mal seinen Spaß haben.
Auch bei diesem Song gibt es gegen Ende einen
Gastauftritt. Dieses Mal von J Radio, einem
wahrhaftigen "MC". 7,5/10
Direkt weiter zur Schnapszahl
mit "Sitting, Waiting, Wishing". Ein sehr
bekannter Sommer Song aus dem Jahr 2005, bei dem
die Fans in Barcelona, wo dieser Song am
28.06.2008 aufgenommen wurden direkt dazu
verleitet werden die ganze Zeit über mit zu
singen. Uptempo, gute Laune und viel Humor sind
hier das Motto, ganze dreieinhalb Minuten lang.
8,5/10
Bei
Titel Nummer Zwölf "Constellations" gibt es
erneut einen Gastauftritt. Nach einem schönen
Gitarren Intro kommt nach 30 Sekunden eine
fantastisch raue Stimme hervorragend aus dem
Fangeschrei hervor. Die Rede ist hier von Eddie
Vedder, welcher bisher nur von der
Alternative Rock Gruppe "Pearl Jam" oder als
Soundtrack Ersteller für den Film "Into The
Wild" bekannt war. Ein Mann, der auch gerne mal
unplugged singt, ist bei diesem Song zusammen
mit Jack Johnson bestens aufgehoben. "Constellations"
ist ein sehr atmosphärischer Song zum Füße
hochlegen. 9,5/10
"The Horizon Has Been
Defeated" wurde Mitte Juni 2008 in Tennesee
aufgenommen und ist die harmonische Live Version
aus dem Album "On And On". Wie Sie sehen,
beglückte Jack seine Fans auf der "Sleep Through
The Static Tour 2008" nicht nur mit Songs aus
dem aktuellen Album, sondern präsentiert einen
breiten Querschnitt aus der gesamten
Song Palette. Gegen Ende des Songs wird noch ein
kleiner Titel mit dem Namen "Mother And Child
Reunion" gespielt, welcher dem Stil vieler Songs
von Jack gleicht, wie beispielsweise "Banana
Pancakes". 9,5/10
Weitere dreieinhalb Minuten
bester Unterhaltung werden mit dem Track "Good
People" aus dem Jahr 2005 geliefert. Ein ebenso
fröhlicher Song wie "Sitting, Waiting, Wishing"
mit dem Jack Johnson seine Fans auf dem Konzert
zum Mitsingen bewegt. Eine Abmilderung des
Folk Charakters erfolgt durch den sparsamen
Einsatz von Akkordeon, jedoch einer schönen
Klavier und Schlagzeug Begleitung durch Adam
Topol. 10/10
Ruhiger, jedoch auch von
Fan Gesang begleitet, beginnt Titel Nummer 15.
"All At
Once", der Intro Song des neuesten Studioalbums
von Jack, klingt live nicht wirklich anders, als
im Studio aufgenommen. Es sind praktisch knapp
vier ruhige Minuten, die Sie zusammen nur mit
Jacks Stimme und seiner Gitarre teilen dürfen.
8/10
Minutenmäßig kürzer fällt es da schon gegen
Ende der CD aus. Titel 16 "Go On" ist
ebenfalls ein ruhiger unplugged Song, bei dem
Sie nur Stimme und Gitarre hören werden.
Schließlich tut Besinnlichkeit auch mal gut,
oder?! 8/10
Was ist ihr zu Hause? Etwa das
Haus oder die Wohnung in der Sie hausen? Jack
Johnson sieht es bei diesem weiteren
unplugged Ohrwurm "Home" anders. Er möchte mit
diesem Song aussagen, dass das zu hause dort
ist, wo die Leute sind, die man liebt ganz
egal, wo man dann ist. Die Lyric dazu "home is
wherever we are, if there's love there too".
Praktisch glänzt der Titel mit seiner starken
inhaltlichen Tiefe, die viele Menschen sogar als
ihren eigenen Lebenssong empfinden. 10/10
Das vorletzte Stück auf
dieser CD ist "Times Like These", welches Ende
August 2008 in Kalifornien aufgenommen wurde.
Der halb akustische arrangierte Titel profitiert
von Jacks unaufgeregten Grundeinstellungen,
welcher "Times Like These" einen gefälligen
Songtext liefert, der Jacks gesamte
Lebensphilosophie widerspiegelt. 8/10
Die letzten sechs Minuten
dieser CD gehören dem ruhigen Titel "Angel",
welcher ebenfalls einen erheblichen inhaltlichen
Tiefgang enthält und keinesfalls oberflächlich
zu betrachten ist. übergeleitet wird dann nach
ca. zwei Minuten zu "Better Together", welcher
während seiner Welt Tour in Paris aufgenommen
wurde. Eine herrliche Komposition aus
harmonischer Gitarrenbegleitung und
abgemilderten Stimme des Songwriters Jack
Johnson. 9/10
Fazit:
Mit seinem ersten Live Album beweist Jack
Johnson, dass er auch live ein wahrer Künstler ist
und sich keinesfalls vor einem weiteren
Live Mitschnitt von zukünftigen Konzerten
scheuen muss. Schön zusehen ist auch, dass Jack
mit dieser CD etwas gegen den
derzeit doch sehr eintönigen Musik Markt tut und
sich auch für Nicht Surfer und bisherige Jack
Johnson Fans bekannt macht. Dieses Live Album
ist ein breiter Querschnitt durch die gesamte
Song Palette seiner bisherigen Studio Alben und
sollte somit auch recht interessant für
diejenigen sein, die sich einer neuen
musikalischen Herausforderung gegenüber sehen
oder ein Album für die kalte Jahreszeit zulegen
wollen, dass auf höchstem Niveau spielt,
abwechslungsreich und harmonisch klingt. Die
Gastauftritte vieler Freunde von Jack bereichern
nicht nur die Live Auftritte, sondern auch die
Wiedergabe der entsprechenden Titel.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass Jack
Johnson mit diesem Album ein wahrhaftiges
Meisterwerk seiner bisherigen Karriere
geschaffen hat und live einfach wunderbar
klingt.
An dieser Stelle noch ein Riesenlob an das Label
Universal Music, denn die Abmischung dieser CD
sowie die übergänge der einzelnen Titel sind vom
Feinsten. Die Stimme wird nicht wie bei anderen
Live Mitschnitten von den Instrumenten
unterdrückt und geht somit leider fast unter.
Auf "En Concert" kann man Jacks Stimme zu
einhundert Prozent genießen.
Anspieltipps:
-
Do You Remember
-
Flake
-
Country Road
-
Constellations
-
Good People
-
Home
-
... und der Rest der CD!
Bewertung:
CDQualität: 5 Sterne
CD-Bewertung: 5 Sterne