Bewertung vom 22.05.2009: Alesha Dixon The
Alesha Show
Alesha Dixon veröffentlicht in Deutschland am
29. Mai ihr zweites SoloAlbum nach "Fired Up".
Die 31jährige Pop und R&BSängerin aus
Großbritannien wurde als Mitglied der Band
"MisTeeq" sowie als hervorragende Tänzerin
bekannt, musste jedoch eine kurze musikalische
Pause einlegen, als sich das Trio von "MisTeeq"
im Jahr 2005 aufgelöst hatte.
Fast wäre sie mit ihrem
Einstieg ins Musikgeschäft gescheitert, denn als
ihre erste eigene Single "Lipstick"
international nicht über Platz 14 herauskam,
beendete ihre Plattenfirma (Polydor) die
Zusammenarbeit mit ihr. Doch durch Warner Music
hat Alesha Dixon nun einen Vertrag über vier
Alben bekommen. Das Erste mit dem Titel "The
Alesha Show" ist in Großbritannien bereits Ende
2008 erschienen; wir Deutschen müssen uns dafür
leider mehr als ein halbes Jahr länger gedulden.
Doch für diejenigen, die keine UKImportware
geordert haben, gibt es schon eine Woche vor dem
offiziellem Erscheinungstermin eine CDRezension
über "The Alesha Show".
Leider, leider zu Beginn eine
starke Kritik, die jedoch fast jede neue CD
bekommt. Wie viele Minuten Musik passen auf eine
CD? 80 mit einer Erhöhung der Spurdichte sogar
90 Minuten! "The Alesha Show" kommt auf knapp 53
Minuten, grob gerundet passt also noch
mindestens eine halbe Stunde Musik auf dieses
Album, was ca. sieben Liedern entspricht, nur
leider fehlen diese und die CD erscheint mit
einer mageren Laufzeit von 53 Minuten auf dem
Markt. Dafür findet man jedoch ein schönes
Booklet mit Songtexten zu jedem Lied.
Nun aber zur CD an sich.
Der Opener mit dem
Titel "Welcome To The Alesha Show" ist
lediglich ein 25 Sekunden langes, überflüssiges
Intro.
"Let's Get Exited" entpuppt
sich bereits nach wenigen Sekunden als
UpTempoSong mit einer Mischung aus Britney
Spears und Rihanna. An sich ein ganz schöner
Song, der jedoch bei guten Hochtönern sehr hohe
SynthesizerTöne liefert.
Weiter gehts mit "Breath
Slow", einer der SingleAuskopplungen aus dem
neuen Album und gleichzeitig dem krassen
Gegenteil zum vorherigen Song, denn "Breath
Slow" ist eine ruhige Ballade. Jedoch erinnert
sie sehr stark an das ebenso eintönige "Take A
Bow" von Rihanna. Nichtsdestotrotz gehört dieser
Song zu den Anspieltipps auf dieser CD. In
Großbritannien erreichte Alesha Dixon mit diesem
Song Platz drei in den Charts.
Für den nächsten Song
"Cinderella Shoe" hätte man sich jedoch die
Produktionskosten und den Zeitaufwand sparen
können. Dieser Song würde vor 20 Jahren noch als
"funky" bezeichnet werden und nervt leider so
dermaßen, dass man sich ihn einfach kein zweites
Mal anhören will. Für diejenigen, die gerne
einen Vergleich hätten, sei gesagt: Stellen Sie
sich einfach das schlimmste Lied der Sugababes
noch viel schriller vor! Jedoch ist das wieder
nur eine subjektive Beurteilung, ich schließe
nicht aus, dass sich für dieses Lied auch eine
große Liebhabergruppe findet.
Nun jedoch kommt der Song,
der Alesha ganz weit nach oben in den britischen
Charts gebracht hat "The Boy Does Nothing".
Ein echter MamboOhrwurm in Anlehnung an ihren
Tanzerfolg. Der Songtext ist nebenbei erwähnt
auch sehr interessant, denn es geht in diesem
Lied um einen Jungen, der zwei linke Füße
besitzt und rein gar nichts auf die Reihe
bekommt. "The Boy Does Nothing" wird man
bestimmt noch auf vielen Partys hören!
"Chasing Ghosts", Song Nummer
6 auf dieser CD, ist ein ganz akzeptables, eher
in den PopBereich ragendes Lied, das jedoch
aufgrund des zugefügten HallEffektes etwas an
Qualität verliert.
Mit "Play Me" wären wir dann
bei der Hälfte des Albums angekommen. Ein
weiteres extrem schnelles Lied, bei dem man sich
schon überlegt, was da wohl für ein Musikvideo
für produziert wird. Ab und zu läuft Alesha
jedoch die Melodie weg ...
Track Nr. 8 ist "Hand It
Over" ein ganz interessanter Song, denn die
ruhigen Strophen werden mittels einer Bridge in
den stark R&B-lastigen Refrain übergeleitet.
Somit entsteht ein sehr starker Kontrast
zwischen Strophe und Refrain.
"Do You Know The Way It
Feels" ist ein potentieller Kandidat für
kommende LiebesFilme. Der Einsatz von diversen
Streichern verleihen dem Song jedoch eine schön
gemütliche Atmosphäre.
Mit "Can I Begin" nähern wir
uns schon dem Ende der CD zu. Kritik ist auch
hier angebracht, denn die musikalische
Untermauerung des Gesangs von Alesha Dixon
basiert wohl auf einer 10 Sekunden kurzen
Sequenz, die ständig auf Repeat läuft. Das
ständige Auf und Ab ihrer Stimme sowie die
Einsilbigkeit dieses Songs werten den ansonsten
doch recht schönen Titel etwas ab.
"Italians Do Better" ist das
typische Lied, was man abends nach dem
Feierabend im Radio hören möchte. Doch die
HiFiOnline.netCDBewertung wäre nicht die
HiFiOnline.netCDBewertung, wenn ich nicht
auch hier etwas zu bemängeln hätte. Die
Tontechniker haben hier gezielt Aleshas Stimme
"manipuliert", denn vergleicht man diesen Song
mit den anderen auf dieser CD, denkt man, es
handle sich nicht um dieselbe Künstlerin.
Der Song, bei dem mir
bewertungstechnisch am wenigsten einfiel, ist
"Ohh Baby I Like It Like That". Mehr als
ziemlich einfallslos kann ich dazu leider nicht
sagen bzw. schreiben.
Vorletzter Titel ist "Don't
Ever Let Me Go", der gleich zu Beginn den
Anschein erweckt, Misses Dixon hätte ein
Featuring mit Diana Krall oder Joan Baez. Denn
"Don' t Ever Let Me Go" klingt sehr
countrymäßig, was keinesfalls negativ ist! Für
Freunde von Texas Lightning eine wahre Freude!
Mit einem guteLauneSong
namens "I'm Thru" verabschiedet sich Alesha
Dixon von ihrer "Alesha Show". Der anfangs
leicht französisch klingende Titel ist sehr süß,
um es mal feministisch auszudrücken, beinhaltet
jedoch wieder hochtonfeindliche
Frequenzen. Schalten Sie nach dem Ende des Songs
aber noch nicht ihren Player aus, denn es
erwartet sie noch ein angenehmer BonusTrack!
Fazit:
"The Alesha Show" als Debütalbum unter dem neuen
Label "Warner" ist ein Misch zwischen absoluter
Einfallslosigkeit und guten, rhythmischen Songs.
Zugegeben, ich kannte Alesha Dixon auch nur noch
aus ihrer Zeit bei "MisTeeq" und dem
Erfolgstitel "Scandalous", jedoch hat sie
keinesfalls eine überragende stimmliche und
gesangliche Begabung Wiedererkennungswert, wie
Dieter Bohlen sagen würde, gleich Null.
Mehr Kritik als für die
Künstlerin gibt es jedoch für die CDAufmachung
an sich. Die bereits erwähnten vielen freien
Sektoren auf der CD, die uns eine halbe Stunde
Musik vermissen lassen, sowie die teils
scheußliche Mischung im Tonstudio machen die CD
qualitativ zu nicht mehr als einer für den
MP3Player optimierten Scheibe. Der Bassbereich
lässt zu wünschen übrig und die leicht
angehobenen Höhen im Mastering sind nichts für
die HiFiAnlage, sondern eher für den
angesprochenen MP3Player geeignet.
Anspieltipps:
-
Breath Slow
-
Can I Begin
-
The Boy Does Nothing
-
Don't Ever Let Me Go
Bewertung:
CDQualität: 2,5 Sterne
CDBewertung: 3,5 Sterne