Bewertung vom 15.10.2007: Nightwish - Dark
Passion Play
Zwischen September 2006 und März 2007 entstand in den Petrax
Studios, Legendary E-Major Studios, Finnvox Studios
und Abbey Road Studios das neue Album von Nightwish.
Man durfte gespannt sein, denn nachdem Tarja
Turunen die Band verlassen hatte, schien Nightwish
sich dem Ende geweiht. Doch schnell suchte man nach
Ersatz und wurde fündig in Anette Olzon aus
Schweden. Bereits kurze Zeit nach dem offiziellen
Verkaufsstart von "Dark Passion Play" gab es die
ersten Auszeichnungen: Doppelplatin in Finnland und
Gold in vier europäischen Ländern, darunter auch
Deutschland. Zurecht?
Erwartungsvoll legte ich die neue
Nightwish-Scheibe in das Laufwerk, es erklang das
Intro des neuen Album - "The Poet And The
Pendulum". Fast 14 Minuten gibt es dem Zuhörer einen
ausgiebigen Einblick in das, was ihn in den
kommenden Tracks erwartet: Eine Mischung aus
atmosphärischen, harmonievollen und vor allem
liebevollen Liedern mit rockigen, kraftvollen und
ausdrucksstarken Strophen. Allerdings hört man hier
gleich den Unterschied zwischen Anette und Tarja
heraus.
Gefolgt wird dieses Lied von einem weiteren Kracher
- "Bye Bye Beautiful". Hier kann man schon erahnen,
um was es in dem doch recht verbitterten Lied geht.
Dementsprechend aggressiv singt der Bassist und
Sänger Marco auch den Refrain.
"Amaranth" dürfte vielen unter den Lesern bekannt
sein. Die erste Single des neuen Albums überzeugt,
doch merkt man hier auch, dass sich Nightwish -
ebenso wie Within Temptation - einen Schritt in
Richtung
Pop-Powermetal gemacht hat, was sicherlich
berechtigte Gründe hat ...
Song Nummer Vier, "Cadence Of Her Last Breath",
widersetzt sich gleich dem Gedanken, dass sich
Nightwish zu sehr in den Pop-Sektor bewegt, denn
hier lassen es die fünf Mitglieder der Band krachen.
"Master Passion Greed" - ein powervoller Metal, der
sich mit "The Pharao Sails To Orion" vergleichen
lässt.
Die erste Ballade auf diesem Album ist "Eva", welche
zum Nachdenken anregen soll.
Anstatt sofort wieder richtig loszulegen, steigert
Nightwish langsam das Tempo mit "Sahara", ein
episch,
gefährlich klingender Song.
"Whoever Brings The Night" - ein dynamischer Song,
mit einem gewöhnungsbedürftigem Refrain, lässt
leider den letzten Funken vermissen, der in sonst
jedem Nightwish-Song vorhanden ist.
"For The Heart I Once Had": Eines meiner
favorisierten Lieder dieser CD. Zwar klingt es etwas
süß und poppig, doch auch dieses Lied hat seinen
eigenen Charme. Erfolgslos suchte ich nach einem
Vergleich zu einem Lied aus einem der alten Alben,
doch ich merkte schnell, dieses Album lässt sich
nicht bzw. kaum mit den bisherigen Nightwish-Alben
vergleichen.
Die nächsten zwei Lieder - "The Islander" und "Last
Of The Wilds" - zeigen einerseits Nightwish's sanfte
Seíte und andererseits die rein instrumentale,
irisch klingende Seite.
Nun geht es langsam aber sicher in Richtung
Zielgerade. Mit "7 Days To The Wolves" wird gezeigt,
dass Anette und Marco auch im Duett sehr gut singen
können. Ein rockiger Song, ähnlich wie "Bye Bye
Beautiful", der sich jedoch erst mit der Zeit voll
entfaltet.
Schließlich läutet "Meadows Of Heaven" den
Schlusspunkt des Albums ein. Ein zuerst wie "Eva"
klingendes harmonievolles Lied, dass jedoch zum Ende
hin durch den Einsatz einer Gospelsängerin ein
kraftvolleres Ende bereitet.
Fazit:
Nightwish hatte wirklich viele Erwartungen zu
erfüllen. So wie ich finde, haben Sie es geschafft.
Zwar ist Nightwish nicht mehr die Band, die sie
früher mal war, so mystisch und powervoll, doch sie
zeigen, dass man auch anders zum Erfolg kommen kann.
Anette Olzon ist keine Tarja Turunen, das ist klar.
Sie vertritt durch ihre Stimme das neue Nightwish.
Schlechter als die alten Alben, wie z. B.
"Wishmaster" ist es auf jeden Fall nicht.
Nun müssen Sie nur aufpassen, dass sie sich nicht
mit Songs wie "Amaranth" (obwohl dieses sehr gut
ist) zu weit in den Pop-Bereich katapultieren.
Anspieltipps:
- Bye Bye Beautiful
- Eva
- Last Of The Wilds
- Amaranth
Bewertung:
CD-Qualität: 5 Sterne
CD-Bewertung: 4 Sterne